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Die PRS-Ruine bleibt stehen

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Von: Andrea Herzig

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Da, wo in Friedrichsdorf noch die Ruine der Philipp-Reis-Schule steht, sollen einmal Familien wohnen. Doch die Bebauung des Gebietes Hoher Weg lässt auf sich warten. Erst muss noch ein Bebauungsplan her, dann kann der Kreis Investoren suchen.

Bürgermeister Horst Burghardt ist hörbar sauer. Hier wird alles blockiert, schimpft der Stadtchef. Gemeint ist der Fortgang der Bebauung des Gebietes Hoher Weg, dort wo die Ruine der Philipp-Reis-Schule steht. Eineinhalb Jahre steht das Gebäude bereits leer und das wird noch eine Weile so bleiben. Um ein Jahr, schätzt Burghardt, werde sich die Entwicklung des Geländes mindestens verzögern.

Die Stadtverwaltung wollte einen Art Rahmenplan auf den Weg bringen, der einem Investor erlaubt, das Gebiet zu entwickeln, sprich, die alte PRS abzureißen und Häuser zu bauen. Dieser städtebauliche Vertrag hätte eine Reihe von Vorgaben und Vorschriften beinhaltet.

In der Sitzung des Ausschusses für Bau, Umwelt und Verkehr wurde die Beschlussvorlage der Verwaltung aber abgelehnt, beziehungsweise in einen Änderungsantrag gewandelt. Dieser gibt der Verwaltung vor, einen kompletten Bebauungsplan zu erstellen, auf dessen Grundlage ein Investor dann das Gelände bebauen und vermarkten kann.

Wir lassen uns nicht hetzen

Und wer hat nun blockiert? Der Änderungsantrag stammt von der CDU, gefolgt sind ihm aber alle Fraktionen bis auf die der Grünen. Jürgen Funke, Fraktionsführer der Christdemokraten, sieht das ganz gelassen. Wir lassen uns nicht hetzen. Seit zehn Jahren beschäftige man sich in Friedrichsdorf mit dem Gelände, die PRS wurde auch vier Jahr später fertig als geplant.

Das Gebiet sei beste Lage in der Stadt, dort sollten größere Grundstücke ab 500 Quadratmeter und eine differenzierte Bauweise möglich sein. Ein Investor mit einem städtebaulichen Vertrag könne das Gebiet maximal ausnutzen wollen, fürchtet Funke, was eben jenen Vorstellungen von einer gehobeneren Bebauung widerspreche. Auf der klaren Grundlage eines Bebauungsplans werde dies nicht passieren.

Aber der Kreis, dem der Großteil des Geländes gehört, nur 27 Prozent sind in Privatbesitz, würde das etwa 23.000 Quadratmeter große Areal doch sicher gerne schnell in einem Investoren-Wettbewerb ausschreiben und endlich die alte PRS abreißen lassen wollen? Mit der Schule hat der Kreis auch nicht gehetzt, sagt der CDU-Chef da.

Der Kreis in Person des Beigeordneten Uwe Kraft, auch CDU, zeigt sich enttäuscht und kann die erneute Verzögerung nicht nachvollziehen. Ein Jahr lang habe man mit der Stadt alle Details geklärt. Es sei zum Beispiel auch besprochen, dass eine lockere Bebauung weiter oben am Hang vorgesehen sei, die sich dann weiter unten verdichte. Die Stadt hätte bei einem städtebaulichen Vertrag immer die Hoheit über die Gestaltung behalten, nicht der Investor. Kraft sieht das Gebiet nicht in Konkurrenz zu anderen zukünftigen Baugebieten der Stadt wie dem Areal Petterweiler Holzweg.

Nun müsse man die Investoren wieder vertrösten, ärgert sich Kraft, hier wurde eine Chance vertan. Das Geld, das der Kreis durch den Verkauf einnehmen wollte, sei fest eingeplant zur Refinanzierung des Neubaus der Philipp-Reis-Schule.

Gerade jetzt, sagt Kraft, seien die Rahmenbedingungen gut für ein Neubaugebiet. Die Nachfrage ist groß, die Zinsen niedrig. Wir wissen nicht, was die Konjunktur in einem Jahr macht.

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