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Die ersten Bewohner der Ökosiedlung sollen noch in diesem Jahr einziehen.

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Land Hessen fördert Ökosiedlung in Friedrichsdorf

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Im Norden von Friedrichsdorf entsteht ein Vorzeigeprojekt für nachhaltige Quartiersentwicklung. Herzstück ist ein Eisspeicher, der für die Wärme sorgen soll.

Die Friedrichsdorfer Ökosiedlung gilt als echtes Vorzeigeprojekt in Sachen nachhaltiger Quartiersentwicklung: Geheizt wird mit Hilfe eines Eisspeichers, zwischen den Häusern sollen keine Autos fahren und die Bewohner aus allen Altersgruppen möglichst mit- statt nebeneinander leben.

Sogar eine Delegation aus China hat das Quartier bereits besichtigt, um sich Anregungen zu holen. Am Mittwoch war nun auch Hessens Vize-Ministerpräsident Tarek Al-Wazir (Grüne) in seiner neuen Eigenschaft als Wohnungsbauminister zu Gast. Mitgebracht hatte er einen Förderbescheid über zwei Millionen Euro für 25 Sozialwohnungen, die an Friedrichsdorfer Senioren vergeben werden sollen. Die Miete für die Wohnungen soll 7,05 Euro pro Quadratmeter betragen. Die Stadt gibt weitere 250 000 Euro dazu und erhält für 20 Jahre das Belegungsrecht.

Das Stadtparlament habe beschlossen, in den kommenden Jahren mindestens 75 neue kostengünstige Wohnungen zu schaffen, sagte Friedrichsdorfs Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne). Der erste Schritt sei nun getan. Tarek Al-Wazir kündigte an, dass auch das Land sein Engagement für bezahlbaren Wohnraum in den kommenden Jahren verstärken werde. Insgesamt werde man Geld für 22 000 Sozialwohnungen bereitstellen.

Besonders gut gefällt dem neuen Wohnungsbauminister in Friedrichsdorf der generationenübergreifende Ansatz. So sollen in der bereits im Bau befindlichen Seniorenwohnanlage nicht nur 29 weitere frei finanzierte Wohnungen entstehen, sondern auch ein Nachbarschaftstreff und eine Kindertagesstätte.

Dass die Ökosiedlung nicht nur eine gute Energiebilanz aufweisen, sondern auch ein Wohngebiet für Jung und Alt werde solle, sei das Ergebnis eines aufwendigen Bürgerbeteiligungsprozesses, sagt Bürgermeister Burghardt. In der 25 000-Einwohner-Stadt gebe es viele ältere Menschen, die gerne aus ihren zu groß gewordenen Domizilen ausziehen möchten, weiß die Vorsitzen des Seniorenbeirats, Eva Seidel. Da seien die im Schnitt 50 Quadratmeter großen Seniorenwohnungen in der Ökosiedlung ideal. Seidel erwartet „eine große Nachfrage“.

Die existiert auch für die übrigen Domizile, die der Investor, die Frank-Gruppe aus Hamburg, in dem Quartier errichtet. So sind die Reihenhäuser, die derzeit unweit der Seniorenwohnanlage in die Höhe wachsen, laut Geschäftsführer Marc Schauenburg bereits komplett verkauft.

Darüber hinaus wird in der Ökosiedlung ein Mix aus Einzel- und Doppelhäusern, Eigentums- und Mietwohnungen entstehen. Auch ein Wohnturm aus Holz ist geplant, in dem 15 Mietparteien unterkommen sollen.

Ökologisches Herzstück des Quartiers ist ein Eisspeicher, der für umweltfreundliche Heizenergie sorgen soll: Im Winter wird den 1800 Kubikmetern Wasser mittels einer Wärmepumpe die benötigte Energie entzogen. Dadurch friert der Speicher langsam zu. Im Sommer wird das Eis durch Solarenergie wieder aufgetaut. Darüber hinaus setzt die Frank-Gruppe auf Elektro-Mobilität, Car-Sharing und begrünte Dächer.

Die Siedlung

Ingesamt 350 Wohnungenentstehen auf dem sieben Hektar großen Areal im Norden von Friedrichsdorf - vom Doppelhaus bis zur seniorengerechten Sozialwohnung.

Über 160 Millionen Euroinvestiert die Frank-Gruppe in die Ökosiedlung, die in zwei Bauabschnitten entsteht. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Bewohner einziehen.

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