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Michael Schäfer liefert die Bestellungen mit dem Elektroauto aus.

Gewerbeverein Friedrichsdorf

Konkurrenz für Amazon

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Der Gewerbeverein „Aktives Friedrichsdorf“ startet einen eigenen Lieferdienst. Dabei setzt er klimafreundlich auf Elektromobilität.

In Friedrichsdorf stehen bislang nur einzelne Geschäfte leer. „Die Situation ist noch nicht dramatisch“, sagt Uwe Hild, der Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung. Doch auch die Einzelhändler in der Hugenottenstadt haben gegen die Konkurrenz aus dem Internet zu kämpfen.

Um sie dabei zu unterstützen, haben der Gewerbeverein „Aktives Friedrichsdorf“ und die Stadt nun den Lieferdienst „Friedrichsdorf bringt’s“ ins Leben gerufen. Ab dem kommenden Montag wird Fahrer Michael Schäfer an jedem Werktag von 16 bis 20 Uhr die Bestellungen ausfahren, die Kunden bei den beteiligten Einzelhändlern geordert haben. „Wir wollen damit eine kleine Konkurrenz zu Amazon, Rewe und Co. schaffen“, sagt Ulrike Schmidt-Fleischer, die Vorsitzende des Gewerbevereins.

Man habe bewusst auf eine eigene Online-Plattform verzichtet. Ziel sei, die klassische Händler-Kunden-Beziehung zu stärken, betont Uwe Hild. Dabei soll es allerdings möglichst klimafreundlich zugehen. Deshalb werden die Bestellungen mit einem Elektroauto transportiert. Dabei kooperiert der Gewerbeverein mit dem E-Car-Sharing-Anbieter „Mobileeee“, der in Friedrichsdorf zurzeit sieben Autos betreibt.

Zum Start von „Friedrichsdorf bringt’s“ beteiligen sich 15 Einzelhändler. Vertreten sind die verschiedensten Branchen – vom Metzger über das Obstgeschäft bis hin zu Buchhändler und Apotheke. Dabei handele es sich nur um inhabergeführte Geschäfte, sagt Uwe Hild, keine Filialen großer Ketten.

Für die Kunden ist der Service kostenlos, die Händler bezahlen eine Pauschale an den Gewerbeverein, der den Lieferservice organisiert. Ausgeliefert wird nicht nur in Friedrichsdorf, sondern auch nach Bad Homburg, Wehrheim und Rosbach. Erfahrungsgemäß kämen viele Kunden aus der Umgebung, sagt Claus Hagenhoff aus dem Vorstand des Gewerbevereins.

Anlass für das neue Angebot war eine Umfrage, bei der „Aktives Friedrichsdorf“ im vergangenen Jahr die Meinung von Händlern und Verbrauchern zur Einkaufssituation in der Stadt eingeholt hat. 600 Menschen hatten sich daran beteiligt und viele von ihnen hätten sich einen Lieferdienst gewünscht, erläutert Hagenhoff. Das seien mehrheitlich Senioren gewesen, aber auch Familien mit Kindern. Mit dem neuen Angebot wolle man die Attraktivität des Einkaufens in der Stadt erhöhen. „Friedrichsdorf soll keine reine Schlafstadt sein“, sagt Claus Hagenhoff.

Dazu trügen auch die 750 kostenlosen Parkplätze bei und Aktionen wie die Friedrichsdorf-Card, mit der es in den örtlichen Geschäften Rabatte gibt. Den neuen Lieferservice will der Gewerbeverein zunächst in einer Probephase bis Ostern testen.

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