Friedrichsdorf

Doch keine Reha-Klinik in Friedrichsdorf-Köppern

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Erneute Absage am Waldkrankenhaus Friedrichsdorf. Der Neubau wäre dem Deutschen Orden zu teuer geworden. Nun plant Vitos neu.

Schon wieder eine Absage: Die Ordenswerke des Deutschen Ordens werden doch keine neue Suchtfachklinik auf dem Waldkrankenhaus-Gelände in Köppern bauen. Das teilte Vitos mit. Eigentlich wollten die Ordenswerke ihre Rehabilitationseinrichtung „Villa unter den Linden“ aus Frankfurt-Sindlingen nach Köppern verlegen.

Die Ordenswerke, ein katholischer Träger aus Oberbayern, der bundesweit Einrichtungen in der Alten-, Behinderten-, Kinder-, Jugend- und Suchthilfe unterhält, hatte seit Juni 2017 mit Vitos Hochtaunus verhandelt. Jetzt aber teilte die Organisation mit, sie habe die Planungen eingestellt. Es hätten sich neue Anforderungen ergeben. Die Sache werde zu teuer.

Servet Dag, Geschäftsführer von Vitos Hochtaunus, bedauert die Entscheidung. „Die Reha-Einrichtung der Ordenswerke hätte sehr gut in unser Konzept gepasst.“ Die Rehabilitation sei ein wichtiger Baustein in der Behandlung suchtkranker Menschen und würde das Behandlungsangebot hervorragend ergänzen.

Aber er schaut nach vorn: „Wir werden uns nun weiter nach geeigneten Partnern umschauen und die bauliche und inhaltliche Weiterentwicklung des Standortes zu einem interdisziplinären Suchthilfezentrum weiter voranbringen.“

Die Ordenswerke sind schon der zweite Betreiber, der Umzugsplanungen nach Köppern aufgibt. Anfang 2014 wollte noch die Salus-Klinik eine 30 000 Quadratmeter große Fläche übernehmen und dort ein neues Klinik-Gebäude mit Schwimmbad und Turnhalle errichten. Eineinhalb Jahre später waren diese Pläne Makulatur.

Knackpunkt war damals die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Die Salusklinik wollte einen Taunusbahn-Haltepunkt am Waldkrankenhaus. Das wäre praktisch gewesen: Die Bahngleise laufen direkt über das Gelände. Und Vitos wäre bereit gewesen, sich an den Baukosten zu beteiligen. Aber die Verantwortlichen der Taunusbahn waren dagegen. Das für einen Haltepunkt erforderliche Fahrgastaufkommen sei zu niedrig, teilten das Landratsamt und der RMV einst mit.

Vitos Hochtaunus unterdessen ist dabei, das Gelände des Waldkrankenhauses neu zu organisieren und will es auch baulich verändern. Denn im kommenden Herbst sollen die allgemeinpsychiatrischen Stationen Köppern verlassen und in einen Neubau in Bad Homburg ziehen. Das dortige neue psychiatrische Krankenhaus entsteht derzeit direkt neben den Hochtaunuskliniken.

In Köppern bleiben aber die Suchtstationen und die Depressionsstation. Deren Gebäude werden modernisiert, so Vitos. Darüber hinaus würden derzeit weitere bauliche und strukturelle Veränderungen geprüft. cg

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