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Die Villa Winter stand einst in Frankfurt.
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Die Villa Winter stand einst in Frankfurt.

Kronberger Malerkolonie

Aus Frankfurt zurück zur Natur

  • Torsten Weigelt
    VonTorsten Weigelt
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Mit dem Umzug Anton Burgers in den Taunus begann in Kronberg 1858 die Geschichte der Malerkolonie.

Bereits in den 1840er Jahren hatte es den Frankfurter Künstler Anton Burger erstmals in den Taunus gezogen, um in der freien Natur zu malen. Nach dem Vorbild der „Schule von Barbizon“, einer französischen Künstlergruppe um Theodore Rousseau und Charles Daubigny, wollten er und andere junge deutsche Maler sich von den erstarrten Vorgaben der Akademien befreien.

1858 zog Burger dann sogar fest nach Kronberg; dieses Jahr gilt heute als offizielles Gründungsdatum der Malerkolonie. Rasch taten es ihm weitere Künstler nach. So entwickelte sich die Kronberger Gruppe zu einer der bedeutendsten deutschen Künstlerkolonien des 19. Jahrhunderts. Insgesamt gehörten ihr zwischen 1840 und 1945 mehr als 100 Künstler und Künstlerinnen an – wenn auch viele nur sporadisch. Darunter so bekannte Namen wie Wilhelm Trübner, Jakob Fürchtegott Dielmann, Hans Thoma oder Carl Morgenstern.

Enge Verbindung nach Frankfurt

Besonders in den Anfängen gab es eine enge Verbindung der „Kronberger“ zur nahegelegenen Großstadt Frankfurt. Viele der Maler wie Burger, Philipp Rumpf, Karl Theodor Reiffenstein oder Otto Scholderer waren in Frankfurt geboren. Noch wichtiger war das gemeinsame Studium im Städelschen Kunstinstitut bei Jakob Becker, der dort von 1842 bis 1872 den Lehrstuhl für Genre- und Landschaftsmalerei innehatte und so etwas wie ein Mentor für die junge Künstlergruppe war.

Ähnlich wie in den heutigen Zeiten der Gentrifizierung folgte auch im 19. Jahrhundert den Künstlern das wohlhabende Bürgertum, das sich an den schönsten Stellen des armen Taunusstädtchens repräsentative Sommervillen errichten ließ. 

Zu den reichen Zuzüglern zählte auch der Maler Heinrich Winter, der 1874 die Bankierstochter Johanna Müller geheiratet hatte. Beide brachten ihr Haus quasi gleich mit. Das Gebäude hatte zuvor an der Neuen Mainzer Straße gestanden, allerdings musste es einem Durchbruch zur Kaiserstraße weichen. Der Bankier H. Carl W. Müller verkaufte das Grundstück an die Stadt Frankfurt, die Villa jedoch wurde zerlegt, nach Kronberg transportiert und dort wieder aufgebaut. Heinrich Winter lebte darin bis zu seinem Lebensende 1911. 

Während dieser Zeit befand sich die Malerkolonie, der auch Winter angehörte, bereits in Auflösung. Schon nach dem Tod Anton Burgers 1905 hatte der Zuzug deutlich abgenommen.  Trotz der Aufnahme impressionistischer Tendenzen konnte die junge Generation um Fritz Wucherer und Nelson G. Kinsley den Abwärtstrend nicht stoppen. 1948 starben mit Fritz Wucherer und Emil Rumpf die letzten offiziellen Vertreter der Kronberger Malerkolonie.

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