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Fragen ohne Antworten

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Von: Olaf Velte

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U-Bahn Endhaltestelle Bad Homburg-Gonzenheim
U-Bahn Endhaltestelle Bad Homburg-Gonzenheim © Michael Schick

Seit 40 Jahren wird sie bereits diskutiert, doch die Gonzenheimer Bürger sehen die geplante Verlängerung der U-Bahn-Strecke 2 zum Homburger Bahnhof auch heute mit Skepsis.

Mit großen Vorbehalten begegnen die Gonzenheimer der geplanten U2-Verlängerung zum Homburger Bahnhof. Seit vielen Jahren haben sich die Anwohner mit dem herrschenden Auto- und Busverkehr, mit den an- und abfahrenden Zügen arrangiert. Wird die Situation in Zukunft erträglicher oder bringt sie neue Belastungen mit sich? Das ist die Frage, die alle bewegt, aber keiner beantworten kann.

Auch Christoph Sommer nicht. Der Entwurfsplaner brauchte am Montagabend über eine Stunde, um der versammelten Bürgerschaft das „immense Bauvolumen“ vorzustellen. Am Ende blieben Zweifel und eine Reihe unbeantworteter Fragen.

Nach einem Beschluss der Stadtverordneten hat der Magistrat die Planfeststellung beim Regierungspräsidium in Darmstadt beantragt. Die im Homburger Rathaus ausgelegten Planungsunterlagen können noch bis zum 15. April eingesehen werden – Einwände sind schriftlich zu formulieren und bis zum 29. April einzureichen.

„Wir befinden uns derzeit im Anhörungsverfahren, danach soll Baurecht geschaffen werden“, sagt Sommer, der für das Frankfurter Planungsbüro VKT arbeitet. Die Vereinbarkeit des Vorhabens mit privaten und öffentlichen Belangen sei jetzt zu prüfen.

Viele der rund 180 ins Vereinshaus gekommenen Gonzenheimer sind skeptisch. Schon der ausgehängte Übersichtslageplan, der Straßenquerungen, drei Brücken und den Tunnel an der fast 1,6 Kilometer langen Trasse darstellt, findet wenig Zustimmung: „Alles Lüge“. Betroffen zeigen sich besonders Hausbesitzer, deren Immobilien an der Frankfurter Landstraße stehen. Nach Fertigstellung der neuen Strecke, so Sommer, werde es weniger Lärm geben als heutzutage. Eine Prophezeiung, die im Auditorium mit Gelächter aufgenommen wird.

Dass alte Straßenbäume gefällt werden sollen, stößt ebenso wenig auf Gegenliebe wie die Verankerung der Stützwände, die in acht Meter Tiefe teilweise unter die Vorgärten und Häuser getrieben werden muss. Wie sich die Bauarbeiten auf das Leben im Stadtteil auswirken, blieb am Montag unbeantwortet.

Für die Planer ist die Anbindung „volkswirtschaftlich sinnvoll“, bringe sie doch eine „Verbesserung der Standortqualität“ mit sich. Wenn es gut geht, sollen in fünf Jahren die ersten Züge fahren – ob darin tatsächlich Arbeitnehmer und Kauflustige aus dem Großraum Frankfurt sitzen?

Die abschließende Diskussion zeigte, wie viel Zündstoff das Thema birgt. Es herrscht Verunsicherung. An den Baukosten von voraussichtlich 44,6 Millionen Euro netto erhitzen sich die Gemüter. „Es ist unverantwortlich von den Homburger Politikern, so viel Geld hinauszuwerfen“, ruft ein Gonzenheimer. Über Sinn und Unsinn der seit vierzig Jahren diskutierten Bahn-Verlängerung darf weiter gestritten werden.

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