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Flusspferd Max ist umgezogen

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Von: Andrea Herzig

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Im Einzelabteil reiste Max von Kronberg nach Hannover.
Im Einzelabteil reiste Max von Kronberg nach Hannover. © Opel-Zoo

Nach ein paar Stunden Fahrt über die A 5 und die A 7 durfte der 19-jährige Max wieder aussteigen. Das neue Zuhause des Flußpferdbullen ist der Zoo Hannover. Dem Opel-Zoo fehlt das Geld für ein neues Gehege.

Sein Gehege teilt Max mit vier Frauen. Die hätten ihn, so erzählt Opel-Zoo-Direktor Thomas Kauffels, mit arttypischen Rufen aus dem Container gelockt. Und dann macht der Zoologe ein kurzes, dunkel klingendes Geräusch, dass sich mit herkömmlichen Lettern nicht abbilden lässt. So klinge das in Afrika am Fluss, sagt der Experte.

Und auch in Hannover, denn Max sei den Lockrufen der Weibchen sofort gefolgt und habe den stählernen Transport-“Korb“ verlassen, mit dem ihn eine auf Tiere spezialisierte Spedition aus Niedersachsen in die Landeshauptstadt gebracht hatte. Auch das Einladen in Kronberg war problemlos vonstatten gegangen. Die Tierpfleger hatten ihren Schützling zuvor ein wenig kurz gehalten, so dass Max bereitwillig der Spur des Futters folgte, die in den Container führte.

In Hannover soll Max schon nächste Woche im Becken planschen dürfen, vielleicht kommt es dann auch bald zu einer direkten Begegnung mit den vier Damen. Noch sind die Tiere durch eine Wand getrennt und können sich nur hören und riechen. Der 2,7 Tonnen schwere Max soll sich in Hannover nicht nur wohl fühlen, der Bulle soll auch für Nachwuchs sorgen. Der gebürtige Frankfurter sei im besten Alter dafür, sagt Kauffels, „der schafft auch vier Frauen“.

Kosten von 15 Millionen Euro

In Hannover wartet man bereits seit eineinhalb Jahren auf Max. Im Grunde, sagt Kauffels, sei der Opel-Zoo seit einiger Zeit auf den Tod der im Herbst verstorbenen Tana vorbereitet gewesen. Sie war das älteste, in Europa lebende Exemplar ihrer Gattung und wurde 54 Jahre alt.

Seit 1958 gab es im Opel-Zoo Flusspferde, es gibt Fotos, die ein Tier beim Spaziergang auf dem Philosophenweg zeigen. Nun muss zuerst eine neue Anlage gebaut werden, die laut Kauffels rund 15 Millionen Euro kosten kann. Wann es soweit sein wird, weiß der Direktor nicht. Das Geld ist nicht da, der Zoo hat gerade erst ein Elefantengehege gebaut. Noch gibt es keine Pläne für eine Finanzierung.

Für einen Neubau gibt es Mindestanforderungen, was Größe und Ausstattung anbelangt. Es muss eine Herde mit bis zu fünf Tieren gehalten werden. Und die Besucher, so Kauffels, wollen sie schwimmen sehen. Das bedeutet, dass das Wasser sauber gehalten werden muss. Das ist aufwendig und teuer, ein Tier setzt am Tag bis zu 70 Liter Kot ins Becken ab.

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