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Flüchtlingsheim ist geschlossen

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Das Asylbewerberheim am Niederstedter Weg ist dicht. Einen Teil der ehemaligen Bewohner hat der Kreis in die umstrittene Containersiedlung nach Oberursel verlegt.

Von Anton J. Seib

Das Asylbewerberheim am Niederstedter Weg ist geschlossen worden. Von den 61 Bewohnern haben 36 mit Aufenthalts- oder Bleiberecht eine Wohnung in Bad Homburg bekommen. Sie sind am Mittwoch umgezogen. Für fünf Flüchtlinge, es handelt sich um Alleinstehende, sucht die Stadt noch kleine Wohnungen. 20 Flüchtlinge wurden in das Asylbewerberheim nach Oberursel verlegt. Sie haben noch kein Aufenthaltsrecht und müssen deshalb weiterhin in einer Sammelunterkunft leben. Für die Stadt entstehen durch die Umzüge keine zusätzlichen Kosten, so Stadtrat und Sozialdezernent Dieter Kraft (Grüne).

Kraft zeigte sich froh über die Schließung. Die Verhältnisse in der Sammelunterkunft seien unerträglich gewesen. "Für diese Menschen hat sich jahrelang niemand interessiert. Das war nicht okay", sagt Kraft. Das habe sich jetzt geändert, ergänzt er und spielt damit auch auf die veränderten Machtverhältnisse im Rathaus unter dem neuen Oberbürgermeister Michael Korwisi (Grüne) an.

Kraft: "Die Flüchtlinge sind keine Menschen, die wir dulden und die uns ewig dankbar sein müssen. Das sind Bad Homburger Bürger und haben Rechte, die alle anderen Bad Homburger auch haben." Der Sozialdezernent dankte den Mitarbeitern der beteiligten Fachbereiche im Rathaus, aber auch dem Arbeitskreis Asyl, für ihr Engagement bei der Suche nach Wohnungen.

Bei einer Brandschau im vergangenen Dezember wurden in dem Heim 44 Mängel festgestellt. Daraufhin stimmte die Betreiberfirma Taurus einer Schließung des Fertighausteilgebäudes aus wirtschaftlichen Gründen zu. Nach der Räumung muss Taurus das Gebäude auf eigene Kosten abreißen.

Wie es mit dem einzigen hessischen Containerdorf für Flüchtlinge an den Drei Hasen in Oberursel weitergeht, ist offen. Seit Jahren beklagen Vertreter von Kirchen, Sozialverbänden sowie von SPD, Grünen und Linken die ghettoähnlichen Zustände. Dort leben rund 150 Asylbewerber. Der Kreis hat den Vertrag erst jüngst bis zum 30. September 2011 verlängert, so Kreissozialdezernent Uwe Kraft (CDU).

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