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Gemeinschaftsunterkunft An den Drei Hasen

Flüchtlinge wollen raus aus dem Lager

Erneut Protest gegen Zustände in der Gemeinschaftsunterkunft An den Drei Hasen

Von Anton J. Seib

Zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres haben Asylbewerber und Mitglieder des Aktionsbündnisses gegen Abschiebung gegen das Flüchtlings-Containerlager in Oberursel protestiert. Gestern Nachmittag übergaben sie einen offenen Brief an Sozialdezernent Uwe Kraft (CDU), in dem sie erneut die Schließung der Gemeinschaftsunterkunft forderten. Kraft sagte, es gebe derzeit Gespräche über Alternativen. Er könne aber nicht sagen, wann das Lager geschlossen werde.

Nahezu 20 Jahre besteht das Containerlager An den Drei Hasen; derzeit leben dort laut Kraft 185 Menschen, seit einigen Wochen auch wieder Familien mit Kindern, die dem Kreis kurzfristig zugewiesen wurden. Im gesamten Hochtaunuskreis leben derzeit rund 300 Flüchtlinge.

Die Flüchtlinge und das Aktionsbündnis, das sie betreut, fühlen sich durch den Kreis hingehalten. Am 19. September habe eine große Mehrheit im Kreistag die Schließung des Lagers beschlossen. Bislang habe es nur vage Auskünfte gegeben, so Dorothea Köhler vom Aktionsbündnis bei dem gestrigen Treffen in der Ausländerbehörde des Landratsamts.

Deshalb wollen die Flüchtlingen jetzt konkrete Auskünfte, was der Kreis unternommen hat, um sie in Wohnungen unterbringen zu können, seien es öffentliche oder private. Denn das Lager sei „das mieseste in ganz Hessen“.

Kraft kritisiert Preistreiberei

Überhaupt sei der Hochtaunuskreis auf den hinteren Rängen bei der Flüchtlingsunterbringung. Immer noch würden 80 Prozent in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, nur 20 Prozent dezentral. In anderen Kreisen sei das grundlegend anders.

Sozialdezernent Kraft betonte die Bemühungen des Kreises, geeignete Wohnungen zu finden; es gebe aber schlicht keine. Derzeit stehe er in Verhandlungen mit fünf Anbietern, konkreter wurde Kraft nicht. Denn sobald das öffentlich werde, stiegen die Preise. Einige Eigentümer hätten Mietvorstellungen, als handle es sich um Hotelzimmer, kritisierte Kraft.

Er appellierte aber auch an die Asylbewerber, flexibler zu sein. „Wir haben Wohnungen in Weilrod oder Gemünden angeboten. Das war den Leuten aber zu weit weg“, sagte Kraft. In den größeren Städten im Vordertaunus indes fehle geeigneter Wohnraum. „Ich habe alle Bürgermeister aufgefordert, Wohnungen zu melden. Es ist nichts frei“, fasst Kraft seine Erfahrungen zusammen.

Der CDU-Politiker wehrte sich gegen die Kritik, der Kreis habe jahrelang das Flüchtlingsproblem verschleppt. Von den einst sieben Gemeinschaftsunterkünften seien in seiner zehnjährigen Amtszeit fünf geschlossen worden.

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