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Flüchtlinge bleiben in Containern

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Flüchtlingsunterkunft Oberursel: Etwa 150 Menschen aus acht Nationen leben in den Containern.
Flüchtlingsunterkunft Oberursel: Etwa 150 Menschen aus acht Nationen leben in den Containern. © ddp

Das einzige hessische Containerlager für Flüchtlinge in Oberursel wird nicht aufgelöst. Und auch die umstrittene Unterkunft in Bad Homburg bleibt länger geöffnet als gedacht. Von Klaus Nissen

Von Klaus Nissen

Das einzige hessische Containerlager für Flüchtlinge in Oberursel wird nicht aufgelöst. Die Mehrheit von CDU, FDP und FWG lehnte die von Grünen und SPD geforderte "unverzügliche" Schließung ab. Die Wohncontainer bleiben weiter Unterkunft für derzeit 138 Menschen, sagte der Kreisbeigeordnete Uwe Kraft (CDU) am Mittwochabend vor dem Kreis-Sozialausschuss. Die Kreisverwaltung habe den Vertrag mit dem Containerdorf-Betreiber um ein Jahr bis zum 30. September 2011 verlängert.

Auch die umstrittene Sammelunterkunft am Niederstedter Weg in Bad Homburg bleibt länger geöffnet als bisher bekannt. Sie wird zum 1. Oktober 2010 geschlossen, teilte Kraft mit. Die dort noch lebenden 34 Flüchtlinge sollen dann ins Containerdorf an die Drei Hasen in Oberursel umziehen. "Damit kommen diese Menschen vom Regen in die Traufe", klagte der Grünen-Fraktionssprecher Norman Dießner vor dem Ausschuss. Die Zustände im Containerdorf seien unerträglich, sagte die SPD-Abgeordnete Gabriele Klempert.

Der Hochtaunuskreis hat nach Aussage von Dezernent Kraft keine andere Wahl, als die Flüchtlinge in den Containern unterzubringen. Nach Paragraph 53 des Asylverfahrensgesetzes müsse er sie in einer Gemeinschaftsunterkunft beherbergen. Bei Familien nutze man aber jede Chance, sie in regulären Wohnungen unterzubringen. Am 1. und am 15. Mai ziehen zwei Familien um, so Kraft. Nach Angaben des Sozialarbeiters Harald Schuster sind dann noch 14 Kinder im Containerdorf, im Alter zwischen zwei Monaten und 15 Jahren. Denen wolle er mit ihren Familien auch Wohnungen verschaffen, sagte Uwe Kraft nach der Sozialausschuss-Sitzung. Das Containerdorf sei im übrigen nach einer Brandschau mit Außentreppen versehen worden und jetzt technisch einwandfrei.

Die CDU-Abgeordnete Katja Metz berichtete von ihrem Besuch im Containerdorf. Da hätten ihr ältere Bewohnerinnen ihre Zimmer gezeigt, "die unglaublich hübsch eingerichtet waren". Sie wollten nirgendwo anders wohnen. Gleichwohl bedrücke sie die Lage der Kinder in den Containern. Aber: "Wir sehen, dass uns die Hände gefesselt sind." In Richtung SPD und Grüne meinte sie: "Sagen Sie uns, woher wir das Geld nehmen sollen, um neue Unterkünfte zu finanzieren!"

Am Ende lehnten die Kreistagsabgeordneten die Lagerschließung ab. Die Kreisverwaltung solle einen Bericht über die Unterbringung der zurzeit 308 Flüchtlinge vorlegen. Und sich bemühen, Familien mit Kindern in Wohnungen unterzubringen.

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