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Der Fluchtweg fehlt

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Von: Andrea Herzig

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Muss grundsaniert werden: das Gotische Haus.
Muss grundsaniert werden: das Gotische Haus. © Michael Schick

Das Gotische Haus in Bad Homburg muss saniert werden, unter anderem weil ein zweites Treppenhaus als Fluchtweg fehlt. Eine Studie schätzt 7,5 Millionen Euro Kosten für Sanierung.

Die Zeit drängt für das Gotische Haus. Das Gebäude aus dem frühen 19. Jahrhundert ist dringend sanierungsbedürftig. Dem Haus fehlt ein zweites Treppenhaus als Fluchtweg, der Brandschutz ist nicht mehr auf dem neusten Stand. Das Untergeschoss leidet unter Nässe und Schimmel. Das Grundwasser drückt ins Gemäuer, hier wurden nach dem Ankauf des Hauses 2008 schon umfangreiche Sanierungsarbeiten unternommen. Archivalien können nicht im Keller gelagert werden.

Was auch fehlt ist eine Klimaanlage, es gibt nur eine altmodische Lüftung. Zudem braucht es eine die Kunstobjekte schonende moderne LED-Beleuchtung, die für weniger UV-Licht und Stromverbrauch sorgt. Beim behindertengerechten Zugang klemmt es ebenso. Vom Gartensaal kommt man nur über eine schräge Rampe in die Hutausstellung; ein Weg, den sich gehbehinderte Menschen, so die Leiterin des Museums, Ursula Grzecha-Mohr, nicht immer zutrauten. Auch sei das Haus unübersichtlich, die Besucher verlaufen sich, finden den Ausgang nicht.

Rundumerneuerung nötig

Zusammengefasst benötigt das Haus schlicht eine Rundumerneuerung. Zu diesem Schluss kommt eine Machbarkeitsstudie, die bereits ein halbes Jahr fertig ist, aber erst jetzt dem Magistrat vorgestellt wurde. Nun berichteten Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) und Bürgermeister Karl Heinz Krug (SPD) davon.

Der Kämmerer mit einem schiefen Lächeln, denn es kommen hohe Kosten auf die Stadt zu. Geschätzte 7,5 Millionen, sagte Hetjes, könnte die Sanierung kosten. Darin enthalten wären dann unter anderem ein zweites Treppenhaus, die Brandschutzsanierung, die Verlegung des Eingangs an seine ursprüngliche Stelle nach Süden, jetzt in Richtung der Bushaltestelle, die Teilöffnung der Decke, damit der ursprüngliche Charakter des Hauses als „gotisches“ Jagdhaus sichtbar wird, und auch die weitere Bekämpfung der Feuchtigkeit im Untergeschoss und im Gemäuer.

Nun muss die Stadt darüber nachdenken, was ihr der Erhalt des Hauses wert ist. Das Thema wird ein großes bei den kommenden Haushaltsverhandlungen für 2017 sein. Für 2016 ist die Haushaltsstelle leer geblieben. 2,5 Millionen, so steht es in der schon sehr in die Detailtiefe gehenden Studie, werde allein eine neue Technik verschlingen.

2017 soll das im Gotischen Haus ebenfalls untergebrachte Archiv in die dann renovierten Räume der Villa Wertheimber umziehen. Danach, so Hetjes, könnte mit einer Sanierung begonnen werden. Zwei Jahre werde sie wohl dauern.

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