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Die Freiwillige Feuerwehr in Oberursel wünscht sich mehr hauptamtliche Kräfte.

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Oberursel: Feuerwehr will mehr Profis

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Die Oberurseler Brandschützer fordern zusätzliche hauptamtliche Stellen, auch für den Posten des Stadtbrandinspektors. Eine Berufsfeuerwehr soll es aber nicht geben.

Oberursel wächst. Aus den derzeit 47 000 Einwohnern könnten bald 50 000 werden. Außerdem haben sich in den vergangenen Jahren zusätzliche Unternehmen in der Vordertaunuskommune angesiedelt. Das habe auch erhebliche Konsequenzen für die Feuerwehr, sagt der stellvertretende Stadtbrandinspektor Andreas Ruhs. Während die Oberurseler Brandschützer 2009 noch zu rund 600 Einsätzen pro Jahr ausrücken mussten, sind es mittlerweile an die 900. Gleichzeitig wird es immer schwieriger, tagsüber genug ehrenamtliche Kräfte zu finden, die in der gesetzlich vorgeschriebenen Zeit von zehn Minuten am Ort des Geschehens sind.

Deshalb sind derzeit bereits acht Feuerwehrleute hauptamtlich bei der Stadt angestellt, ein weiterer soll in diesem Jahr noch hinzukommen. Aber auch das werde mittelfristig nicht ausreichen, betont Ruhs. Deshalb fordert die Oberurseler Feuerwehr in ihrem neuen Bedarfs- und Entwicklungsplan, die hauptamtlichen Kräfte auf 17 Vollzeitstellen aufzustocken.

Darüber hinaus soll nach dem Willen der Brandschützer auch das Amt des Stadtbrandinspektors künftig hauptamtlich besetzt werden. Ehrenamtlich sei das nicht mehr zu leisten, betont Ruhs.

Ziel sei es, die Stelle bis 2020 auszuschreiben. Ein Jahr später enden die Amtszeiten des aktuellen Stadtbrandinspektors Holger Himmelhuber und seine eigene. Sie beide kämen für den hauptamtlichen Posten nicht infrage, betont Ruhs, der selbst Berufsfeuerwehrmann in Frankfurt ist.

Voraussetzung ist allerdings, dass die Stadtverordneten die entsprechende Satzung ändern. Außerdem sollen auch die 250 aktiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr ein Mitspracherecht bei der Besetzung der Stelle erhalten. Schließlich sei das Ganze ein sehr sensibles Thema, es gehe auch um die „menschliche Komponente“, betont Ruhs.

Denn eine echte Berufsfeuerwehr soll es in Oberursel nicht geben. Die hauptamtlichen Kräfte seien nicht als Ersatz, sondern als Entlastung für das Ehrenamt gedacht, versichert Andreas Ruhs. „Wir wollen eine Freiwillige Feuerwehr bleiben.“

Verbunden ist das Aufstocken der hauptamtlichen Kräfte mit dem geplanten Bau des neuen Gefahrenabwehrzentrums, in dem auch der Brand- und Zivilschutz und Teile des Katastrophenschutzes unterkommen sollen. In den vorhandenen Feuerwehrhäusern sei gar nicht genug Platz für zusätzliches Personal, sagt Ruhs. Das Zentrum soll 2022 fertiggestellt werden, sagt Stadtkämmerer und Feuerwehrdezernent Thorsten Schorr (CDU).

Demnächst wird per Ausschreibung ein Planungsbüro gesucht. Entstehen soll das Gebäude an der Lahnstraße, die Kosten werden auf 10 bis 15 Millionen Euro geschätzt.

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