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Feste feiern zwischen Schauern

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Wagen der Laternenkönigin Nicole I.
Wagen der Laternenkönigin Nicole I. © Joachim Storch

Zumindest beim Umzug bleiben die Schirme geschlossen. Erstmals waren beim Laternenfest Jugendlichen im Einsatz, um Gleichaltrige über Alkohol-Gefahren zu informieren.

Von Martina Propson-Hauck

Auch wenn es am Samstag bis zum frühen Abend zwischendurch immer mal wieder kräftig schauerte: Beim Jubiläumsfestzug am Samstagabend blieben die vorsichtshalber mitgenommenen Regenjacken und Schirme trocken. Zwischen Höhenstraße und Promenade drängte sich die Menschenmenge dicht an dicht in mehreren Reihen und bewunderte einen Umzug, der mit 26 Festwagen und mehr als 40 Zugnummern so lang wie schon lange nicht mehr war. Unter dem Motto „ Wir feiern 75 Jahr – Bad Homburg wie es einmal war“ zog viel Historisches an den Zuschauern vorbei. „Am tollsten war der Wagen mit der Straßenbahnlinie 25“, freute sich ein älterer Bad Homburger, der bislang noch kaum einen Festumzug verpasst hat.

Mehr als 100?000 Besucher

Auch am frühen Abend drängelten sich die Massen bereits durch die Louisenstraße und auf dem Festplatz. Anstellen schon beim Ticketkauf für das Kettenkarussell am Kurhaus, wo juchzende Teenies mit hochgerissenen Armen ausgiebig die Fliehkraft genossen. Noch dichteres Gedränge auf dem Festplatz, sogar vor dem Lions-Stand an dem Ex-Oberbürgermeisterin Ursula Jungherr (CDU) Lose für einen guten Zweck verkaufte. Ja ihr gehe es gut und ihre Arbeit im Kulturfonds Rhein-Main und im Rundfunkrat ließen ihr nicht so viel Freizeit wie erwartet. In die Politik, so erzählt sie, ziehe es sie auch mit einem Jahr Abstand überhaupt nicht mehr zurück.

Wenn man Besucherzahlen schätzen will, so muss man nur auf die schon gegen 18 Uhr überquellenden Mülleimer in der Fußgängerzone blicken. Ja, das Laternenfest hat vermutlich auch in diesem Jahr wieder mehr als hunderttausend Besucher angezogen.

Friedlich und genüsslich feiernd die allermeisten von ihnen, prügelnd, auf Krawall aus und sturzbetrunken nur einige wenige. Neun Besucher mussten wegen übermäßigen Alkoholgenusses in die internistische Notaufnahme in die Hochtaunuskliniken bis Sonntag eingeliefert werden, davon zwei minderjährige Jungen und ein Mädchen.

Bereits am Freitagabend hatten sich acht sogenannte „Taunus-Scouts“ der Jugend- und Drogenberatung aufgemacht, um junge Leute mit Wasser und Bionade über Alkoholexzesse aufzuklären. Carla und Kiona, Vanessa und Christina, alle um die 20, wurden in den ersten Stunden ziemlich viele Broschüren los. Viele junge Mädchen, die sie ansprachen, interessierte, warum denn Alkohol für sie schädlich sein soll. Die älteren Jungs indes packten ein wenig verschämt volle Wodkaflaschen weg in ihre Rucksäcke und nahmen artig ein Mineralwasser. „Habt ihr da K.o.-Tropfen reingetan, oder was?“, pöbelte nur einer. „Wir wollen das Thema präsent machen, über die Folgen von Alkoholkonsum informieren“, sagte Angelika Hafemann, Fachkraft für Suchtprävention. Künftig sollten die geschulten Studentinnen auch für andere Feste gebucht werden können.

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