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Fest im Sattel

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Von: Olaf Velte

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Gewünscht ist das feine Surren von Abertausend Fahrrädern: Der Hessentag im Juni in Oberursel soll ganz im Zeichen des Fahrrads stehen.

Ein sanfter Hessentag soll es werden. Einer, bei dem nicht das Motorengeheul an- und abreisender Festgäste im Ohr bleibt – sondern das feine Surren von Abertausend Fahrrädern. Stadtverwaltung, ADFC und Energieversorger Mainova ziehen an einem Strang, um den ersten umfassenden Radler-Hessentag zu ermöglichen.

Eine jüngst veröffentlichte Broschüre versammelt wichtige Informationen zum Thema. Nichts scheint dem Zufall überlassen. Kein Wunder, begannen die Vorbereitungen doch schon im Sommer 2009. Als wichtige Impulsgeber erwies sich dabei die ADFC-Ortsgruppe Oberursel/Steinbach, die ihr Augenmerk auf fahrradfreundliche Großveranstaltungen richtete. Nie war eine Hessentagsstadt besser an eine Metropolregion angebunden, nie war das Festival besser mit dem Drahtesel zu erreichen.

Erfahrungsgemäß kommen etwa vier Prozent der Besucher mit dem Rad – in Oberursel werden täglich rund 4000 Fahrer erwartet. Zwölf überörtliche Routen sollen an das Tor zum Taunus heranführen. In der Regel geht es dabei durch Feldgemarkungen, die ohnehin für Radler empfohlen sind. Kommt die Hessentagsstadt in Sicht, sorgen Informationstafeln für sichere Weiterfahrt. Neben dem aktuellen Tagesprogramm sind an den sogenannten Infopunkten auch die verschiedenen Festplätze und Abstellflächen ausgewiesen. Damit es keine Zusammenstöße mit Autos oder Fußgängern gibt, wird die radelnde Bevölkerung über einen speziell ausgeschilderten Rundkurs geleitet. Diese „Radspange“ ist sechs Kilometer lang und verbindet alle Veranstaltungsorte.

Die Bemühungen, gute Radbedingungen zu schaffen, sind für Bürgermeister Hans-Georg Brum ein wesentlicher Bestandteil des „nachhaltigen Hessentages“. Auch nach dem Großereignis sollen die Konzepte weitergedacht und ausgebaut werden. „Da entwickelt sich einiges“, sagt Brum. Oberursel soll, so der Wunsch, Beispiel machen. Nach Volkmar Gerstein, dem Vorsitzenden des ADFC Hessen, hat keine andere Hessentags-Kommune jemals mit solcher Konsequenz auf das Thema Rad gesetzt.

Kooperationspartner ist die Mainova AG, die sich mit einem eigenen Stand und dem Schwerpunkt „Elektromobilität“ präsentieren will. Während ein ausgestellter Elektro-Roadster nur bestaunt werden kann, sind Segway-Geschicklichkeitsfahrten erlaubt. „Highlight ist aber die drei Kilometer lange Pedelec-Route zwischen Bahnhof und Landesausstellung“, so Mainova-Chef Constantin H. Alsheimer.

Damit das Rad auch einmal aus der Hand gegeben werden kann, sind 3500 Fahrrad-Parkplätze geplant. Jeweils tausend davon finden sich am Bahnhof, beim Open-Air-Gelände und an der Landesausstellung. Ob sie tagsüber bewacht werden, ist noch nicht geklärt. Kurzum: So viel hessentägliches Radeln war nie.

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