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Klagen über zu hohen Schienenlärm: Bahn der Line U2.

U2-Ausbau im Hochtaunus

Schmieranlage gegen U2-Lärm

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Die VGF macht im Hinblick auf den vorgesehenen U2-Ausbau im Hochtaunus Vorschläge zum Schallschutz, lehnt aber eine Tempo-Reduzierung ab.

Um den Schienenlärm bei einem Ausbau der U2 zu reduzieren, könnte nach der Ausfahrt aus dem geplanten Tunnel in Richtung Bahnhof eine Schmieranlage installiert werden. Das ergibt sich aus Stellungnahmen des Regierungspräsidiums Darmstadt und der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF), die der Magistrat am Donnerstagabend vorgelegt hat. Durch den regelmäßigen Auftrag von Schmiermittel auf die Schienen können mögliche Quietschgeräusche in Kurven reduziert werden.

Eine Tempo-Reduzierung auf der geplanten Neubau-Strecke zwischen der aktuellen Haltestelle in Gonzenheim und dem Bad Homburger Bahnhof lehnt die VGF allerdings ab, weil ansonsten der gesamte Fahrplan durcheinander käme. Die VGF, die für den Betrieb der Frankfurter U-Bahnen zuständig ist, verweist auf die enge Taktung auf der sogenannten A-Strecke bis zum Südbahnhof (U1/2/3/8). Längere Fahrtzeiten wegen langsamerer Geschwindigkeiten seien dort nicht zu verkraften. 

Allerdings sehen die Verantwortlichen der VGF andere Optionen, um den Lärm bei einem möglichen U2-Ausbau zu reduzieren. So werde die gesamte Wagenflotte bereits seit 2017 mit geräuschmindernden Radschallabsorbern ausgerüstet, die dafür sorgen, dass die Geräusche direkt an der Lärmquelle verringert werden. Die VGF weist darauf hin, dass diese technische Lösung im Planfeststellungsbeschluss für die U2-Verlängerung aus dem Jahr 2016 noch nicht berücksichtigt sei.

Schallschutzstreifen als Option 

Möglich ist aus Sicht der VGF auch ein Schallschutzstreifen von rund 50 Zentimetern Höhe, der Radgeräusche abfangen kann. Die Kosten dafür hätte allerdings die Stadt allein zu tragen. Zudem müsste noch geprüft werden, ob der Streifen im Einklang mit dem Planfeststellungsbeschluss steht. Gleiches gilt für den möglichen Einsatz von Rasengleisen anstelle von Schotter und von beweglichen Verbindungsstücken zwischen den Gleisen, aus Sicht der VGF weitere Schallschutz-Optionen.

In einem Bürgerentscheid beschließen die Bad Homburger am Sonntag, 28. Oktober, über den U2-Ausbau. Das Parlament hatte im Juni entschieden, dass zuvor noch einmal überprüft werden solle, wie ein möglichst guter Schallschutz für die Anwohner gewährleistet werden kann. Die geplante Strecke verläuft mitten durch die Stadt.

Die schwarz-rote Koalition wirbt ebenso wie die Grünen für den Ausbau der U-Bahn-Strecke. In der BLB gibt es unterschiedliche Positionen. FDP und AfD kritisieren die aus ihrer Sicht zu hohen Kosten.

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