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Das umstrittene Areal Borngrund in Stierstadt.

Aumüller wird Stadtrat

Neue Hoffnung für den Borngrund

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Weil CDU-Mann Aumüller in den Magistrat wechselt, ändern sich die Mehrheiten im Parlament beim umstrittenden Bauprojekt in Stierstadt. Von Jürgen Streicher

Bauwillige Bürger in Stierstadt, die auf das Neubaugebiet "Landschaftspark Borngrund" setzen, schöpfen neue Hoffnung. Schon im Frühjahr könnte es zu einer erneuten Abstimmung im Stadtparlament kommen. Erster Stadtrat Dieter Rosentreter (FDP), der nach eigener Auffassung bei den Bürgern im Wort steht, will das Thema wieder auf die Tagesordnung setzen, wenn eine Mehrheit für das Projekt absehbar ist. Im Juni war die Magistratsvorlage bei Stimmengleichheit von Gegnern und Befürwortern (21:21) abgelehnt worden.

Nun haben sich die Vorzeichen geändert. Der CDU-Parlamentarier Jürgen Aumüller gibt sein Mandat zum 4. Februar ab. Tags drauf wird er in der Sitzung des Stadtparlaments als Nachfolger von Georg Nüchter in den ehrenamtlichen Magistrat aufgenommen. Der Stierstädter Aumüller galt bei den Abstimmungen nach Paragraf 24 der Hessischen Gemeindeordnung als befangen, durfte also nicht mitstimmen. Für ihn rückt Reiner Herrmann nach, für den dies nicht gilt.

57 Wohneinheiten geplant

Mit der neuen Mehrheit im Rücken könnte die CDU/FDP-Koalition den Bebauungsplan für das rund 40.000 Quadratmeter große Neubaugebiet mit geplanten 57 Wohneinheiten durchdrücken. Ihre Absicht hat sie auch im Stadthaushalt 2009 dokumentiert. Dort ist eine Anlauffinanzierung zur Entwicklung des Borngrunds von 50 000 Euro eingestellt.

Grundsätzlich gegen die Bebauung des Wiesengrunds sind nur die Grünen im Stadtparlament. SPD und Oberurseler Bürgergemeinschaft (OBG) gehören auch zu den Befürwortern, lehnen aber den von CDU und FDP geforderten Ausbau zweier Straßen zur Erschließung des Wohngebiets ab. Auch den von der SPD angebotenen Kompromiss, nach einer Testphase noch einmal über den Ausbau der Straßen zu reden, lehnte die Koalition ab. Nach fünf Jahren Planungsphase und Debatte bedeutete das im Juni 2008 das Aus für das Neubaugebiet Landschaftspark Borngrund.

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