Chronik

Die lange Geschichte der B 455 neu

Die Chronik des "Feldbergzubringers": Jahrzehnte voller juristischer und parlamentarischer Scharmützel.

1960 Bei Planungsbeginn werden sieben Trassenvarianten untersucht. Den Namen "Feldbergzubringer" bekommt das Projekt, weil eine Variante der frühen Zeit war, die A 661 von der Anschlussstelle Oberursel-Nord nur bis zur Hohemark am Ortsrand von Oberursel zu verlängern. Von dort führt die L 3004 (Kanonenstraße) zum Großen Feldberg.

1966 Fertigstellung und Offenlegung der Straßenplanung mit dem Ziel, die B 455 von Bad Homburg nach Königstein aus der Stadt zu verlegen. Damit sollen die Entwicklungschancen der Innenstadt und der Verkehrsfluss auf der Bundesstraße verbessert werden.

1971 Nach dem Planfeststellungsbeschluss der Hessischen Landesregierung reichen Straßenbaugegner Klage ein. Der Beschluss wird nicht rechtswirksam, die Verfahren durch alle Instanzen dauern 24 Jahre.

1989 Das Bundesverwaltungsgericht erklärt den Planfeststellungsbeschluss für unanfechtbar. Im gleichen Jahr beschließen CDU, Oberurseler Bürgergemeinschaft (OBG) und die Mehrheit der SPD im Stadtparlament die Übereignung der benötigten Flächen des Stadtwaldes an das Land. Grüne und FDP stimmen dagegen.

1990 Rund 300 Bürger und 21 Verbände gründen die "Aktionsgemeinschaft Rettet den Oberurseler Stadtwald - Stoppt B 455/A 661". Die Gemeinschaft sammelt mehr als 11 000 Unterschriften gegen das Projekt. Im Januar demonstrieren 1700 Menschen am "Franzoseneck" gegen die Straße. Zwei Wochen später, unter dem Schutz von 120 Polizisten, beginnt die Trassenrodung.

1991 Die neu gewählte rot-grüne Koalition in Hessen will den Feldbergzubringer verhindern. Verkehrsminister Ernst Welteke (SPD), der als Fraktionschef im Oberurseler Stadtparlament stets für die Straße eingetreten war, verfügt im Mai den Baustopp, muss ihn auf Weisung des Bundes aber wieder aufheben. Eine "Interessengruppe Eichwäldchen" erwirkt die Planung eines Lärmschutztunnels.

1995 Das letzte Verfahren gegen den Straßenbau endet mit einem Vergleich. Der Weg für das letzte fragliche Trassenstück am Eichwäldchen ist frei, Ziel ist der Bau eines rund 280 Meter langen Tunnels.

1998 Fertigstellung des Tunnels. Die Stadt übernimmt die Mehrkosten und will dafür Grundstücke auf dem Tunnel zur Wohnbebauung verkaufen. Die Pläne für das Anschlussstück der B 455 neu an die Autobahn 661 werden um eine zusätzliche Auf- und Abfahrtsrampe ergänzt, um den Knoten leistungsfähiger zu machen.

1999 Am 26. Mai um 13.13 Uhr fährt das erste Auto, ein Oldtimer, über die Straße, die nun offiziell Nordumfahrung heißt. Als "Tag der Freude" bezeichnet der damalige Bürgermeister Gerd Krämer (CDU) das Ereignis.

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