Wohnen

Gemeinsam mit Frankfurt bauen

  • schließen

Die Frankfurter Genossenschaft will 52 bezahlbare Wohnungen und ein Parkdeck in der Siedlung am Steinbacher Hessenring errichten.

Wenn es um den Bau von neuen Wohnungen geht, hängt zwischen den Nachbarn Steinbach und Frankfurt der Haussegen seit einer Weile schief, vor allem was die Pläne der Großstadt für einen neuen Stadtteil beiderseits der A5 betrifft. Dass es auch anders geht, wollen Steinbachs Erster Stadtrat Lars Knobloch (FDP) und der Vorstandsvorsitzende des Volks-, Bau- und Sparvereins (VBS), Ulrich Tokarski, beweisen. 

Gemeinsam haben sie nun die Pläne der Frankfurter Genossenschaft für 52 zusätzliche Wohneinheiten in ihrer Siedlung am Steinbacher Hessenring präsentiert. Das sei eines der größten Bauprojekte in der 10 500-Einwohner-Stadt seit Jahren, betonte Knobloch. Steinbach wolle „Teil der Lösung“ sein, wenn es darum gehe, im Rhein-Main-Gebiet neuen Wohnraum zu schaffen. Zumal der VBS auch noch alle Domizile im bezahlbaren Segment für 10 bis 11 Euro pro Quadratmeter anbieten möchte. Das ändert laut Knobloch aber nichts daran, dass sich Steinbach weiterhin vehement gegen die „Josefstadt“ wehren werde, wie der geplante neue Stadtteil in den Nachbarkommunen vielfach genannt wird – Namensgeber ist der Frankfurter Planungsdezernent Mike Josef (SPD).

Der VBS will bei seinem Vorhaben am Hessenring in drei Schritten vorgehen. Als erstes sollen 15 seniorengerechte Wohnungen in einem Neubau entstehen, der wie ein Gelenk zwei vorhandene Wohnblocks miteinander verbindet. Zusätzlich sollen die beiden Blocks um jeweils ein Geschoss aufgestockt werden, wodurch sechs weitere barrierearme Wohnungen entstehen können. 

Darüber hinaus sind in dem Neubau ein Café und eine Sozialstation vorgesehen. Beide werde der VBS nicht selbst betreiben, sondern Partner dafür suchen, kündigte Vorstandvorsitzender Ulrich Tokarski an. Er geht davon aus, dass die ersten neuen Mieter Ende 2021 einziehen können. Bis dahin soll auch ein Parkdeck mit 80 Stellplätzen fertig sein, wegfallen sollen dafür mehrere Garagen. Da auch noch ebenerdige Parkmöglichkeiten geplant sind, werde es am Hessenring 100 Stellplätze mehr geben als heute, sagte Tokarski. Selbst wenn man die zusätzlichen Bewohner berücksichtige, ergebe das netto immer noch einen Zuwachs von 22 Parkplätzen, ergänzte Lars Knobloch.

In einem zweiten Bauabschnitt will der VBS drei vorhandene Wohnblocks um je drei Wohnungen aufstocken. Mit rund 90 Quadratmetern sind sie vor allem für Familien gedacht. Ohnehin hofft Tokarski, dass die neuen Seniorenwohnungen für ein wenig Fluktuation in der Siedlung sorgen und einige ältere Mieter ihre inzwischen zu groß gewordenen Domizile dafür freimachen. In einem dritten Bauabschnitt schließlich sind zwei neue Gebäude mit jeweils elf Wohnungen vorgesehen. Ziel ist, das Gesamtprojekt 2024 abzuschließen.

Dass diese geplante Verdichtung auf großen Widerstand stoßen wird, glaubt der VBS-Geschäftsführer nicht. Das sei der Vorteil einer Genossenschaft, bei der die Mieter auch gleichzeitig Mitglieder sind. „Wir sprechen mit jedem einzelnen Betroffenen schon im Vorfeld“, kündigte Tokarski an. Während der Bauphase werde man selbstverständlich eine Mietminderung gewähren. Und danach könnten auch die Bestandsmieter von der Modernisierung der vorhandenen Gebäude profitieren. „Wir legen die Kosten nicht um“, verspricht Tokarski. 

Die günstigen Mieten für die neuen Wohnungen wiederum seien nur möglich, weil der VBS auf eigenem Grund baue. Außerdem werde es keine Luxusausstattung geben, sondern „ordentlichen Genossenschaftsstandard“.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare