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Faible für den Masterplan

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Von: Andrea Herzig

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Die Architektin Ursula Conzelmann kandidiert auf Listenplatz 6 für die CDU. In die Politik kam die Mutter zweier erwachsener Töchter über die Schulpolitik. Vor der letzten OB-Wahl wurde sie sogar als mögliche Kandidatin gehandelt.

Als Ursula Conzelmann in unsere Redaktion kommt, unterhalten wir uns über Feng Shui. Die Architektin rät von einer spitzblättrigen Yucca-Palme hinter dem Bildschirm ab und wir diskutieren die ideale Ausrichtung von Arbeitsplätzen. Conzelmann ist keine Feng Shui-Beraterin, aber sie kann den Begriff chinesisch aussprechen, denn sie hat ein Jahr mit der Familie in Taiwan gelebt, wie an mehreren anderen Orten im Ausland auch noch. Die Architektin nutzt ihre Kenntnis der fernöstlichen Harmonielehre nun neben dem europäisch Erlernten, um Entwürfe auf ihre Stimmigkeit zu prüfen.

Conzelmann hat einen Faible für Pläne, für den Blick aufs Ganze. Bei dem Wort Stadtplanung leuchten ihre Augen. Langfristige Konzepte für Stadtentwicklung voranzubringen, das ist ihr Ding. So wie das „Homburger Maß“, mit dem sie in der vergangenen Parlamentsperiode manches Mal politisch anders Verortete gegen sich aufgebracht hat.

Die 52-Jährige hat Vorstellungen von der idealen Stadt, von der Ausgewogenheit enger mehrgeschossiger Bebauung mit Reihen- oder Einzelhäusern. Die Frau vom Niederrhein fühlt sich deshalb in Homburg so wohl, weil es hier so viel Grün gebe, die Stadt eben eine gute Mischung in ihrer Baustruktur habe.

Und die soll erhalten bleiben, dafür arbeitet Conzelmann als Sprecherin ihrer Fraktion in allen Bausachen. Und das nicht nur, weil es schöner aussieht, sondern weil nach Conzelmann auch das Wohnen in Mehrfamilienhäusern von hoher Qualität sein muss, was die Wohnumgebung angeht.

Wie man viele Wohnungen günstig anbietet, dafür hat die CDU-Stadtverordnete, die der Partei seit 2010, dem Parlament seit 2011 angehört, einen Plan: Erbpacht, Ankauf von Bestandswohnungen und Verdichtung, wie sie beispielsweise im Kronberger Carré entsteht. Auch für das Gelände des alten Krankenhauses muss nun ein guter Bebauungsplan her. Die Stadt dürfe sich hier die Gestaltung doch nicht aus der Hand nehmen lassen.

In die Politik kam die Mutter zweier erwachsener Töchter über die Schulpolitik. Sie war im Elternbeirat am Kaiserin-Friedrich-Gymnasium, im Kreiselternbeirat. Barbara Jessen und Thorsten Bartsch gewannen sie 2010 für die Kommunalpolitik, Conzelmann ließ sich von der damaligen Aufbruchstimmung in der Partei anstecken.

Vor der letzten OB-Wahl wurde sie sogar als mögliche Kandidatin gehandelt. Grundsätzlich vorstellen hätte sie sich den Job können, sagt sie jetzt, aber soweit gedacht habe sie nie. Sie selbst saß in der Kommission, die Alexander Hetjes für den Job erkor. „Er war der Beste, den wir hatten“, ist Conzelmann fest überzeugt. 20 Jahre Kommunalpolitik, sagt die welterfahrene Frau, habe sie nicht zu bieten gehabt.

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