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Im Fahrstuhl mit Franziskus

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Von: Andrea Herzig

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Die Menschen in Oberursel hätten Papst Franziskus, hier bei der Segnung eines Babys  auf dem Petersplatz in Rom, viel zu sagen.
Die Menschen in Oberursel hätten Papst Franziskus, hier bei der Segnung eines Babys auf dem Petersplatz in Rom, viel zu sagen. © REUTERS

Rund 200 Gemeindemitglieder der katholischen Großpfarrei St. Ursula in Oberursel wissen ganz genau, was sie Papst Franziskus bei einer Fahrt im Fahrstuhl sagen würden. Sie haben viele Forderungen.

"Stellen Sie sich vor“, sagt Moderatorin Sabine Soeder, „Sie stehen im Fahrstuhl mit Papst Franziskus. Bis zum 7. Stock haben Sie Zeit, um Franziskus Ihre Vision von Kirche mitzuteilen“. Viele Sprecher der 20 Arbeitsgruppen in der Stadthalle brachten schneller auf den Punkt, was sie in der Gruppe zuvor erarbeitet hatten.

Klare Botschaften und Forderungen an die Kirche und ihre Mitglieder kamen dabei heraus. Zum Beispiel die, die sich mit der jungen Generation beschäftigte. Kaum Angebote, hatte die Gruppe festgestellt, gebe es für 15- bis 30-Jährige in ihrer Kirche, die Firmung in der Jugendzeit sollte keine „Massenabfertigung“ mehr sein, die jungen Leute wünschten sich Gottesdienstformen, die sie auch ansprechen.

Rund 200 Gemeindemitglieder der katholischen Großpfarrei St. Ursula hatten sich in der Stadthalle einen Samstag lang zusammengesetzt, um einen „Visionsprozess“ zur Zukunft ihrer Gemeinde voranzubringen. Eine Gruppe, die sich mit Frauenordination befasste, stellte klar fest, dass Frauen und Männer gleichermaßen von Gott berufen sein können, dafür gab es Beifall. Arbeitsgruppen forderten größeren Raum für Laienarbeit in der Kirche, Hauptamtliche sollten mehr zulassen.

Mehrere Gruppen diskutierten Fragen rund um die Themen Weltkirche, Ökumene oder überkonfessionelle Spiritualität. Offenheit, Mut, Gesprächsbereitschaft über Dogmen hinweg prägten die Arbeitsergebnisse.

Alle Kernsätze wurden schließlich auf große Puzzleteile geschrieben und in der Mitte des Raumes zusammengelegt. Sie sind die Grundlage des weiteren Prozesses. Im kommenden Jahr, erklärte Pastoralreferentin Susanne Degen, soll eine „Vision“ geschrieben werden, die alle Bereiche des modernene Lebens in der Gemeinde umfasst.

Der Diskussion am Samstag vorausgegangen waren in den vergangenen Monaten 350 Interviews unter den Gemeindemitgliedern. Die Auswertung der Antworten wurden am Samstag vorgestellt, auch sie waren Grundlage für die Diskussion. Der Visionsprozess, erklärte die Pastoralreferentin, soll so viele Menschen wie möglich einbinden. Um die 500 haben sich bereits aktiv beteiligt.

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