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120 Euro für die eigene Wohnung

Bad Homburg Azubis und Studenten beziehen ab heute sanierte Häuser der Webersiedlung

Von MARTINA PROPSON-HAUCK

Sylvana Schmitt-Rheinbay freut sich über das Cerankochfeld in der Küche und den Handtuchheizkörper im Bad der frisch renovierten Zweizimmerwohnung. Viel Komfort für die erste Miniwohnung von 35 Quadratmetern. Ab heute kann die 19-Jährige aus Friedrichsdorf einziehen in ihr erstes eigenes Reich.

Gleich um die Ecke, im Hessenring, macht sie eine Ausbildung als medizinische Fachangestellte. "Von ihrer Ausbildungsvergütung könnte sie eine eigene Wohnung nicht bezahlen", sagt die Mutter, die beim Organisieren des Umzugs hilft. Durch das städtische Mietzuschussprogramm zahlen junge Leute in Ausbildung oder als Studenten mit nur geringem Einkommen statt 6,65 Euro pro Quadratmeter nur 4,86 Euro. Macht rund 170 Euro kalt. Für 120 Euro gibt's bereits die Ein-Zimmer-Variante mit 25 Quadratmetern. Dafür rauscht vorm Schlafzimmerfenster auf der Urseler Straße der Durchgangsverkehr aus Frankfurt und Oberursel vorbei und der Blick schweift nicht ins Grüne, sondern rüber zur Tankstelle. Moderne Fenster halten den Krach allerdings draußen.

"Ich bin tagsüber bis abends um sechs Uhr sowieso nicht da", sagt die neue Mieterin. Sie überlegt lieber, wie schön es sein wird, wenn in dem Innenhof der u-förmig angelegten Häuser bald ein schöner Garten entstehen wird. Noch ist dort Baustelle total, denn das Haus nebenan ist derzeit mit der Sanierung dran.

Zunächst ziehen fünf junge Leute im Alter von 18 bis 22 Jahren in das erste fertig sanierte Siedlungshaus ein. Doch die Nachfrage nach den günstigen jugend-Wohnungen war viermal so groß. Die Stadtverwaltung will später weitere freiwerdende Wohnungen des Komplexes - die aber ebenfalls zuerst saniert werden müssten - an Schüler, Studenten und Auszubildende vergeben.

Vor gut einem Jahr haben die Bad Homburger Stadtverordneten beschlossen, jungen Menschen in Ausbildung den Start in die eigenen vier Wände zu erleichtern. Mit der denkmalgeschützten, aber stark sanierungsbedürftigen Webersiedlung an der Urseler Straße fand sich ein geeignetes Objekt. Die aus den 1920er Jahren stammenden Häuser werden nach und nach von der gemeinnützigen Baugenossenschaft Hochtaunusbau renoviert, das Belegungsrecht hat die Stadt Bad Homburg.

Die Sanierung der ersten 27 Wohnungen kostet rund eine Million Euro. 34 der Siedlungswohnungen sind von ihrer Größe her für das Projekt "Junges Wohnen" geeignet. Außerhalb von Universitätsstädten sind subventionierte Kleinwohnungen für junge Leute bislang Mangelware.

Die Webersiedlung ist nach dem Kurarzt Karl Weber benannt, der der Stadt 1922 nach seinem Tod 100 000 Reichsmark zum Bau von Arbeiterwohnungen mit Gärten hinterlassen hat.

Infos unter Tel. 0 61 72 / 100-3140

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