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Erstklässler in Gefahr

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Erst kürzlich wurde ein Fünfjähriger angefahren.
Erst kürzlich wurde ein Fünfjähriger angefahren. © Schick

Ein fünf Jahre altes Mädchen wird von einem Auto erfasst und mehrere Meter weit auf die Fahrbahn geschleudert. Die Raserei auf dem Hessenring wollen Lehrer und Schüler der Hölderlinschule nicht mehr hinnehmen.

Von Anton J. Seib

Für einen sicheren Schulweg haben am Mittwochmorgen rund 150 Hölderlinschüler mit ihren Eltern demonstriert. Gekleidet in gelbe Warnwesten und ausgerüstet mit Luftballons und Plakaten mahnten sie am Hessenring, an der Urseler und der Taunusstraße Autofahrer zu mehr Rücksicht auf die Grundschüler.

Dazu hatten sie wahrlich Anlass. Erst jüngst wurde laut Schulleitung ein Fünfjähriger aus der Eingangsstufe an der Ecke Urseler Straße/Taunusstraße von einem Auto angefahren und mehrere Meter weit auf die Fahrbahn geschleudert. Das Kind musste im Krankenhaus behandelt werden. Den Wunsch von Eltern und Schulleitung nach einer Ampel in der Urseler Straße lehnt der Magistrat indes ab. Es bestehe kein Bedarf, so Magistratssprecher Andreas Möring auf Anfrage.

Schwierige Verkehrslage

Bereits seit einem Jahr sind Eltern und Schulleitung im Gespräch mit Stadtverwaltung und Polizei. Ziel ist es, die nach Auffassung der Eltern angespannte Situation im Dreieck Hessenring, Urseler Straße und Taunusstraße, in dessen Mitte die Schule liegt, zu entschärfen. „Jeden Morgen treffen dort 400 Schulkinder auf rund 1800 Autos und Schüler, die mit dem Rad zur nahen Humboldtschule fahren“, sagt Elternbeirat Jörg Seyffart. Die Verkehrslage sei gerade für eine Grundschule schwierig, sekundiert Schulleiterin Heide Fuhrmann.

„Das ist jeden Morgen ein Geknäule. Für Fünfjährige ist das kaum zu beherrschen“, sagt Fuhrmann. Andere Schulen hätten es da besser, sie lägen ausnahmslos in Tempo-30-Zonen, meint die Schulleiterin.

Keine neue Ampel

Früher hatten einmal Schülerlotsen der benachbarten Humboldtschule morgens den Verkehr geregelt. Die Kooperation schlief ein. Fuhrmann: „Oft hatten die Schüler keine Zeit, weil sie Arbeiten schreiben mussten.“ Daran scheitert auch eine Neuauflage.

Bislang wurde schon einiges für mehr Sicherheit getan. So ist der Platz für die wartenden Kinder vor der Ampel an der Kreuzung Seifgrund- und Urseler Straße vergrößert, die dortige Ampel für 15000 Euro so versetzt worden, dass sie nicht mehr im Weg steht. Dennoch bestehen die Eltern auf der Installation einer zusätzlichen Bedarfsampel für Fußgänger. Das sei nicht machbar, sagt Magistratssprecher Möring. Zum einen hätten zwei Videos der Polizei, die den morgendlichen Schulweg der Kinder dokumentierten, keine Sicherheitsmängel offenbart. Das sei auch Eltern und Schule mitgeteilt worden. Zudem sei eine Bedarfsampel nicht mit grünen Wellen zu koordinieren.

Den Eltern reicht das aber nicht. Sie haben damit begonnen, alle sicherheitsrelevanten Vorfälle zu dokumentieren. Zudem geben sie immer noch nicht die Hoffnung auf, im Dialog mit der Stadt das Projekt Schulwegsicherung abschließen zu können.

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