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Die ersten Lotsen sind bereit

Oberursel Migranten helfen beim Einstieg in die deutsche Gesellschaft

Von Klaus Nissen

Hanife Cömez und Mana Demoz Melesse strahlen Selbstbewusstsein aus. Und Ruhe – auch wenn ihnen der Besuch eines Ministers zu schaffen macht. Bis elf Uhr standen sie am Vorabend mit anderen Frauen in der Küche, um Jörg-Uwe Hahn am Donnerstag mit orientalischen Spezialitäten zu bewirten. Der Integrationsminister erforschte im Weißkirchener IB-Stadtteilbüro, wie weit die vom Land geförderte interkulturelle Losen-Vermittlungsstelle gediehen ist.

Hanife Cömez und Mana Demoz gehören zu den ersten 13 von 45 Lotsen, die bald in Steinbach, Oberursel und Friedrichsdorf anderen Migranten im Umgang mit der deutschen Gesellschaft helfen sollen. Gerade neu angekommene Migranten verstehen das deutsche Schul- und Gesundheitssystem nicht, sagt der FDP-Politiker Hahn. Es sei Chefsache, diesen Menschen die Integration zu erleichtern.

Im Hochtaunus probiert das Modellprojekt Integration mehrere Wege aus. Um die Eingliederung und die Bildung der Kinder in 31 ausgesuchten Familien zu verbessern, sollen Sozialarbeiter sie intensiv betreuen. Die Lotsen-Vermittlungsstelle wiederum baut Gülsah Bayram-Duymaz vom Internationalen Bund am Borkenberg 11 in Oberursel auf. Wenn Migranten oder auch Schulen und Kitas Hilfe brauchen, können sie Lotsen mit Migrations-Hintergrund anfordern. Die gehen mit den Eltern zur Schule, um Probleme zu lösen. Oder sie dolmetschen, wenn sich die Korrespondenz mit einer Behörde als schwierig erweist. Die Lotsen absolvieren eine Schulung in Kommunikation, Konfliktbewältigung und rechtlichen Fragen. Weitere Lotsen werden gesucht, so die Koordinatorin. Bisher meldeten sich Frauen aus Russland, Polen, arabischen Ländern, aus der Türkei, Kroatien und Indien. Auch zwei Männer aus Pakistan und dem Irak sind dabei.

Unbegründete Angst

Mana Demoz Melesse kam 1985 als Kind aus Äthiopien nach Deutschland. Heute studieren ihre Kinder in Darmstadt. Hanife Cömez stammt vom Schwarzen Meer, lebt seit 40 Jahren in Deutschland. Aus Angst habe ihre Mutter sie von der Schule genommen. Diese unbegründete Angst müssten Migranten und Alteingesessene überwinden. Ihre Kinder haben sie nie gehabt, so Cömez: „Sie sind ein Teil der Zukunft Deutschlands.“

Kontakt-Telefon: 06171/926664

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