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Erst Porto Alegre, jetzt Rio

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Von: Fabian Böker

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Nils Bergert (oben) bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien im Jahr 2014.
Nils Bergert (oben) bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien im Jahr 2014. © Privat

Seine Mutter war 2006 Volunteer bei der WM in Deutschland, er selbst 2014 bei der in Brasilien. Nun kehrt Nils Bergert im Sommer zurück nach Rio, als freiwilliger Helfer bei den Olympischen Spielen. Die Unterkunft ist schon gebucht, er wohnt mit alten Freunden zusammen.

Einmal bei einer Weltmeisterschaft oder bei Olympischen Spielen dabei sein, davon träumen Nils Bergert nicht nur. In wenigen Monaten kann er sagen, sich gleich beide Träume erfüllt zu haben. Wer jetzt denkt, er habe von einem Spitzenathleten aus Bad Homburg nichts mitbekommen, kann beruhigt sein: Der 21-Jährige war 2014 als Volunteer bei der Fußball-WM in Brasilien, im Sommer wird er in selber Funktion bei Olympia in Rio de Janeiro sein.

Volunteers, das ist neudeutsch für all die Helfer bei Großveranstaltungen, ohne die vieles nicht so reibungslos laufen würde, wie es meistens dann doch läuft. Ihr Aufgabengebiet kann sehr vielseitig sein, Nils wurde 2014 während der WM vor allem an den Ticketschaltern eingesetzt. Dort, in Porto Alegre, stand er all denjenigen zur Seite, die ihre Voucher in Tickets umtauschen mussten. Da er neben Deutsch auch fließend Englisch und Spanisch, in Ansätzen auch Französisch spricht, wurde der Student oft zu Rate gezogen.

Während der Spiele – vier Gruppenspiele und ein Achtelfinale erlebte er im Estádio Beira-Rio live mit – half er auf den Tribünen den Besuchern, ihre Plätze zu finden „oder sonst alle Fragen zu beantworten, die anstanden“, erinnert sich der 21-Jährige.

Nach seinem Einsatz in Porto Alegre ging es für Nils Bergert weiter nach Rio de Janeiro, von dort nach Belo Horizonte, wo er das 7:1 der deutschen Nationalmannschaft im Halbfinale gegen Brasilien sah. Danach kehrte er für wieder nach Rio zurück. Das WM-Finale erlebte er dort am Strand. Anschließend begann er ein Auslandssemester in Buenos Aires.

Und der gebürtige Bad Homburger, der 2011 sein Abi am Kaiserin-Friedrich-Gymnasium gemacht, danach ein Jahr Bundesfreiwilligendienst beim Deutschen Tischtennisbund in Frankfurt absolviert und 2012 schließlich sein Sportmanagement-Studium in Köln begonnen hat, hatte Blut geleckt.

Für die Olympischen Spiele, die am 5. August in Rio beginnen, bewarb er sich wieder als Volunteer – und wurde angenommen. Am 26. Juli beginnt sein neues Abenteuer, bis zum 25. August wird er in der Metropole stationiert sein. Anschließend – diese Stadt hat es ihm angetan – will er wieder noch etwa drei Wochen in Buenos Aires verbringen.

Was ihn in Rio diesmal erwarten wird, weiß er noch nicht. „Die genaue Einteilung erfolgt erst kurzfristig“, sagt er. Sein Traum wäre ein Einsatz im so genannten Spectator Service, womit er seine Aufgaben von 2014 wiederholen würde. „Ticketabholung und Zuschauerbetreuung, das liegt mit“, sagt der Sportstudent. Und dass er wie bei der WM die Wettkämpfe im Stadion miterleben kann, davon träumt er natürlich auch.

Bei der WM ging es nur um Fußball. Bei Olympia steht ihm ein breites Angebot an Sportarten zur Auswahl. Eine wirkliche Vorliebe hat er nicht, „ich bin für alles offen“. Aber Leichtathletik, das wäre schon was. Er selbst macht Hochsprung an seiner Uni, in seiner Freizeit spielt er regelmäßig Fußball und manchmal Tennis. Beides Sportarten, die er früher auch in Bad Homburg im Verein betrieben hat. Zudem startet er im Oktober, kurz nach seiner Rückkehr aus Südamerika, beim Köln-Marathon.

Dass er irgendwann mal Volunteer werden würde, war schon früh klar. 2006, während der WM in Deutschland, war seine Mutter auch schon freiwillig im Einsatz. Der damals noch zwölfjährige Nils beneidete sie, war aber noch zu jung. Er schwor sich: „Irgendwann mache ich das auch.“

Jetzt freut er sich auf Rio, auf Olympia – und auf alte Bekannte. Seine Unterkunft in Rio wird er sich mit Volunteers teilen, mit denen er 2014 schon in Porto Alegre zusammen gewohnt hat.

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