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Jugendliche Vorbilder: Tim Leinert (3.v.l.) und Jessica Wüst (2.v.r.)
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Jugendliche Vorbilder: Tim Leinert (3.v.l.) und Jessica Wüst (2.v.r.)

Gebietsreform

Erfolgsstory mit Tiefschlägen

Beim Bürgerempfang der Stadt Oberursel werden Erinnerungen an die Gebietsreform 1972 wach. Gleichzeitig erhalten ehrenamtlich arbeitende Bürger Medaillen und Bürgerbriefe.

Von Jürgen Streicher

Die Eingemeindung der ehemals selbstständigen Kommunen Weißkirchen, Stierstadt und Oberstedten hat die Stadt um damals rund 12.000 Menschen auf 37.000 Einwohner wachsen lassen. Und sie hat gleichzeitig verhindert, dass auf dem heutigen Stadtgebiet Wohnraum für wohl noch einmal 20.000 Menschen mehr entstanden ist. Geht es um die Gebietsreform von 1972, wird immer gern an die „unglaublichen Baupläne“ (Stadtverordnetenvorsteher Christoph Müllerleile) dieser Zeit erinnert.

Bauspekulanten gingen in den Rathäusern ein und aus, die Pläne lagen bereits in den Schubladen. Weißkirchen und Stierstadt sollten sogenannte Siedlungsschwerpunkte mit riesigen Hochhaus-Arealen vor den Toren Frankfurts werden. Zwischen dem Eichwäldchen und Oberstedten wollten Bodenspekulanten Tausende Wohneinheiten erstellen. Der neue Zuschnitt hat der Stadt dieses Szenario erspart, beim Betrachten der beim Bürgerempfang gezeigten Filmausschnitte aus den einzelnen Ortsteilen wurde der Eindruck erweckt, die dörfliche Struktur sei noch erhalten wie vor 40 Jahren.

Den eigentlichen Protagonisten des 17. Bürgerempfangs der Stadt, den damaligen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mandatsträgern, die mit „Mordsselbstbewusstsein“ die heutige „Erfolgsstory“ vorbereitet haben, so Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD), wurde allerdings wenig Platz eingeräumt in der Stadthalle. Die Ortsteile präsentierten sich verschämt am Rande im Foyer, die Filmbeiträge erhellten die Umstände von 1972 so gut wie gar nicht. Auch nicht die „Tiefschläge“ der Erfolgsstory, die Brum mit der Nennung etwa des Wegzugs von Fresenius nur andeutete.

Würdigung des Ehrenamts

Der Bürgerempfang diente einmal mehr vornehmlich der Würdigung bürgerschaftlichen Engagements und der Werbung dafür bei jungen Menschen. Immerhin rund 40 gerade 18 Jahre alt gewordene Jugendliche haben sich Bürgerbrief, Grundgesetz und die Ermunterung abgeholt, sich aktiv und einsatzfreudig in die Bürgergesellschaft einzumischen. Und bei der Verleihung des vom Rotary-Club ausgelobten Jugendförderpreises gleich Anschauungsunterricht bekommen.

Ausgezeichnet wurden der junge Filmemacher Tim Lukas Leinert, der das internationale Oberurseler Kurzfilm-Festival ins Leben gerufen und bereits dreimal mitorganisiert hat, und Jessica Wüst, die sich seit zwei Jahren ehrenamtlich in der Hausaufgabenbetreuung der Grundschule Mitte engagiert. Dotiert ist der Preis mit jeweils 1000 Euro.

Bürgermedaillen für herausragendes ehrenamtliches Engagement bekamen der frühere Pfarrer Manfred Kopp für seine jahrzehntelange historische Forschungsarbeit und die Aufarbeitung der Geschichte des Camp King sowie das Ehepaar Inge und Eberhard Laeuen. Sie sind Mitgründer der AG „Nie wieder 1933“ und Mitinitiatoren des Vereins Initiative Opferdenkmal.

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