Bad Homburg

Heimspiel

  • Miriam Keilbach
    vonMiriam Keilbach
    schließen

Für ein Konzert mit seinem Vater tritt der Musical-Star Mark Seibert mit dem Popchor „Voice Affair“ in Bad Homburg auf.

Es ist anderthalb Jahre her, dass Gunnar Seibert nach einem Konzert von Voice Affair zu dem Laien-Popchor des Gesangsvereins Gonzenheim stieß. Irgendwann kam seitens seiner Gesangskollegen die Frage auf, ob einer seiner drei Söhne wohl Musicaldarsteller Mark Seibert sei. Ist er. Ob der wohl mal mit dem Chor singen könne, fragten sie. „Ich wusste, dass Mark das macht, und sei es nur Mama und Papa zuliebe“, sagt Gunnar Seibert.

Mark Seibert wurde in New York ausgebildet, sang und spielte Hauptrollen auf Bühnen in Shanghai, Wien oder Berlin, vom Tod in Elisabeth über Jesus in Jesus Christ Superstar und Galileo in We will rock you bis hin zu Graf Krolock in Tanz der Vampire. Letzteres Engagement unterbrach er nun für drei Tage, für eine doppelte Premiere: sein erstes Konzert in Bad Homburg und sein erstes Konzert mit seinem Vater gemeinsam.

Gemeinsam mit dem Popchor Voice Affair und dem SalonTanzOrchester der Oper Frankfurt gestaltete Seibert zwei rund zweieinhalb stündige Abende in der Bad Homburger Schlosskirche. Ein bunter Stilmix: Swing, Klassik, Pop, Rock und Musical waren zu hören, in unterschiedlichen Konstellationen. Voice Affair sang „Celebration“, das SalonTanzOrchester spielte „Lara's Theme“ aus „Doktor Schiwago“ und zusammen mit Mark Seibert performten sie „Your Song“ von Elton John, „Endless Night“ aus König der Löwen oder „Everything“ von Michael Bublé.

In Shanghai gefeiert wie ein Popstar

Seit Januar probte der Chor zwei Stunden pro Woche für den großen Auftritt. Nur einmal, am Donnerstag, probten sie gemeinsam, Voice Affair, das SalonTanzOrchester und Seibert. „Man könnte ja glauben, es ist ein Risiko, unser Chor steht ja nie mit Profis auf der Bühne“, sagte Gunnar Seibert, „aber Mark hat uns gut gesteuert und wir haben uns alle schnell zurechtgefunden.“

Als Seibert zum Finale schließlich „You raise me up“ von Josh Groban ankündigte, seufzten junge wie ältere Damen - und schmachteten. Viele Fans hatte der 37-Jährige, der als eines der größten Musicaltalente im deutschsprachigen Raum gilt, mitgebracht; aus Berlin, Stuttgart, Karlsruhe, Wien, Hamburg und sogar aus Shanghai, wo Musicaldarsteller gefeiert werden wie Popstars. „Mark Seibert ist ein großer Star bei uns“, sagte eine junge Chinesin, die in Hamburg studiert, „er ist mir die paar Flüge hier in den Süden wert.“

Und Mark Seibert? Der schrieb geduldig Autogramme und stand für Selfies bereit. „Es war ein schöner Abend, mit einer ganz tollen Atmosphäre“, sagte er. „Solch ein Konzert ist auch für einen Profimusiker nicht alltäglich.“ Drei Tage war er bei der Familie in der Heimat, ehe es gestern in seine Wahlheimat Wien ging, ehe er morgen wieder in Berlin den Grafen Krolock singt.

Kommentare