1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Hochtaunus

Nur Eltern sorgen für Chaos

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Vorfahrt für Kinder - darauf nehmen in Oberursel auch die Vierbeiner Rücksicht.
Vorfahrt für Kinder - darauf nehmen in Oberursel auch die Vierbeiner Rücksicht. © FR/Schick

Schulweg-Doktoren haben das Umfeld der Burgwiesenschule in Oberursel untersucht. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Von Anton J. Seib

Von Anton J. Seib

Es gibt sie doch noch, die positiven Nachrichten: Knapp vier Wochen waren die Schulweg-Doktoren an der Burgwiesenschule unterwegs - und ihre Diagnose fällt zufriedenstellend aus: Die Schulwege zur Bommersheimer Grundschule sind sicher, lediglich die Eltern sorgen morgens mit ihren Autos für Chaos in der schmalen Zufahrtsstraße. Gestern stellten der Automobil Club Europa (ACE) die Ergebnisse der Aktion bei einer Pressekonferenz vor.

"Gerade morgens bringen viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule und laden sie in der engen Langen Straße aus", sagte Ralf Bentert, Polizist und ACE-Mitglied aus Oberursel bei der Präsentation. Dabei komme es laut Anwohnern hin und wieder zu chaotischen Zuständen, weil die Kinder kreuz und quer zur Schule laufen.

Bentert gehört zu den Schulweg-Doktoren, gemeinsam mit Vertretern von ACE, Polizei, Stadt, Schule, Eltern, Verkehrswacht und dem Oberurseler Stadtrat Winfried Scholl (SPD). Hintergund sind die bundesweit steigenden Unfallzahlen. Alle vier Minuten verunglückt in Deutschland ein Kind auf dem Weg zur Schule, so Uwe Völker vom ACE Hessen. 68 Kinder haben dabei 2008 ihr Leben gelassen. "Im Hochtaunuskreis verunglückten 2007 neun Jungen und Mädchen, 2008 vier, im vergangenen Jahr sechs" sagt Peter Schubert von der Polizei im Hochtaunuskreis. Die meisten Kollisionen gingen glimpflich aus, getötet wurde kein Kind. Und in Bommersheim verunglückte seit 2006 kein Schulkind, sicherlich auch, weil die Burgwiesenschule in einem Wohngebiet ohne Durchgangsverkehr liegt.

Unvorsichtige Radfahrer

Die Doktoren haben ihre Diagnosen samt Therapievorschlägen auf drei Seiten zusammengefasst. Lobend hervorgehoben wurde der aktuelle Schulwegeplan, den die Eltern an die Hand bekommen. Weniger zufrieden waren die Inspizienten mit mangelhaften Fahrbahnmarkierungen rund um die Schule, einem unübersichtlichem Zebrastreifen an der Homburger Landstraße, Ecke Lessingstraße und manchem Schüler, der Zebrastreifen auf dem Fahrrad überquert.

Eine solch aufwendige Aktion können die Doktoren nicht in allen Schulen im Hochtaunuskreis leisten, gibt Völker zu bedenken. Allerdings können Lehrer und Eltern sich den Sicherheitscheck von der ACE-Homepage herunterladen. "Wir sind bereit, die Schulen dabei zu beraten", sagt Völker.

www.ace-online.de

Auch interessant

Kommentare