1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Hochtaunus

Eisschwimmen im Taunus

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Die Eisschwimmer sind bestens abgehärtet.
Die Eisschwimmer sind bestens abgehärtet. © Rolf Oeser

Das Schwimmen am Neujahrstag im Wehrheimer Ludwig-Bender-Bad hat schon Tradition. Diesmal werfen sich 20 Tollkühne in die 1,5 Grad kalten Fluten.

Von Dieter Hintermeier

Die weiteste Anreise für ein eiskaltes Bad nahm Christian Loos in Kauf. Das Vorstandsmitglied des Verkehrsclubs Deutschland war aus Würzburg angereist, um Silvester bei Freunden in Wehrheim zu verbringen. Spontan überlegt er sich, am Neujahrstag beim Eisschwimmen im Wehrheimer Ludwig-Bender-Bad mit von der Partie zu sein.

In Begleitung von rund 20 Mitstreitern nahm Loos ein Bad in dem 1,5 Grad „warmen“ Wasser. 15 eiskalte Meter haben die Frauen und Männer vor sich, bevor sie das rettende Ufer und einen Bademantel sowie wärmendes Schuhwerk erreichen, das Freunde für sie bereithielten.

„Danach wartet auf mich eine heiße Badewanne und Glühwein“, beschreibt Simone Stiefel ihr Rezept zum Auftauen. Die Veteranin des Wehrheimer Eisschwimmens ist heute zum 13. Mal dabei – so lange hat das eisige Bad am Neujahrstag nämlich schon in Wehrheim Tradition.

Die Motive für den Sprung ins kalte Wasser sind unterschiedlich. Ist es für die einen schlicht eine Mutprobe, so ist es für andere ein Motivationsschub. Susann Fencl ist zum zweiten Mal beim Eisschwimmen dabei. „Damit möchte ich mein sportliches Jahr beginnen“, erzählt die Erzieherin aus dem Wehrheimer Ortsteil Obern-hain. Ein große Motivation für die Eisschwimmer sind natürlich immer aufs Neue die zahlreichen Zaungäste, die sie mit warmem und aufmunterndem Applaus an das andere Ufer „bringen“. In diesem Jahr wollten sich rund 150 Zuschauer den Spaß nicht nehmen lassen.

Der erste Pflichttermin

Wer einmal im Wasser ist, fühlt die Kälte nicht, haben Teilnehmer festgestellt. Sie haben nur ein Ziel: den rettenden Beckenrand so schnell wie möglich zu erreichen. Für unerwartete Notfälle ist vorgesorgt. „Ein Defibrillator steht immer bereit“, sagt Wehrheims Bürgermeister Gregor Sommer, für den das Eisschwimmen immer wieder der erste „Pflichttermin“ im neuen Jahr ist. Bislang musste Bademeister Ralf Pauly diesen medizinischen „Schockgeber“, der durch Stromstöße unter anderem ein Kammerflimmern verhindern soll, nicht einsetzen. Die Schwimmerinnen und Schwimmer sind offenbar bestens abgehärtet.

Etwas mehr „Strom“ könnte Wehrheim aber trotzdem weiterbringen. „Ich fände es schön, wenn die Elektrifizierung genutzt und die S-Bahn nach Wehrheim verlängert würde“, wünscht sich Christian Loos. Dann wäre er im nächsten Jahr wohl noch schneller im eiskalten Apfeldorf.

Auch interessant

Kommentare