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Einsatz in gemütlicher Runde

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Von: Fabian Böker

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Catalina Otto ist nicht mehr alleine unterwegs.
Catalina Otto ist nicht mehr alleine unterwegs. © Fabian Böker

Ob Bandscheibenvorfall oder innere Blutung - auch Tiere kommen unverhofft in Not. Veterinärin Catalina Otto leistet Hilfe fast rund um die Uhr. Jetzt hat sie ihr Einsatzgebiet bis nach Mainz, Darmstadt und Hanau erweitert.

Es ist Sonntagnachmittag, und der Hund der Familie kann sich vor lauter Schmerzen nicht bewegen. Der örtliche Tierarzt hat um diese Zeit selbstverständlich keine Sprechstunde. Zweiter Fall: Mitten in der Nacht übergibt sich eine Katze, Blut ist dabei, ein Notfall. Dann schlägt die Stunde von Catalina Otto. Die Bad Homburgerin hat den Mobilen Tiernotdienst 24 gegründet, bei dem vor wenigen Wochen weitere Mitarbeiter anfingen und mittlerweile ein Gebiet bis nach Mainz, Darmstadt und Hanau abdeckt.

Die personelle Aufstockung war dringend nötig. Das wird sofort klar, wenn Catalina Otto von den vergangenen Monaten erzählt. Bis auf zwei kleine Auszeiten war sie seit der Gründung des Notdienstes im Dezember quasi permanent im Einsatz. Im Einsatz, das heißt, dass das Telefon 24 Stunden in ihrem Besitz ist – und dass es demzufolge auch innerhalb dieser 24 Stunden zu jedem möglichen und unmöglichen Zeitpunkt klingeln kann. Zwischenzeitlich war es soweit, dass „ich das Telefon sogar schon gehört habe, obwohl es gar nicht geklingelt hat“, sagt die ausgebildete Tierärztin.

Stressiger Job

Seit Ende Juli wird sie nun von zwei festangestellten Mitarbeitern unterstützt, von denen einer halbtags arbeitet. Zudem konnte sie den Großteil der Büroarbeit abgeben. Eine zusätzliche Hilfe erfährt sie durch die Kooperation mit der UNA-Tierrettung, die bei Wildunfällen übernimmt und beispielsweise am Wochenende auch die Notrufe annimmt. „Ab und zu brauche ich dann doch mal eine Auszeit“, sagt die 33-jährige Tierärztin. Diese Auszeiten verbringt sie – wie sollte es auch anders sein – mit ihren eigenen Hunden. Tiere sind ihre große Leidenschaft, das merkt man. Um den Beruf im Notdienst auszuüben, braucht es diese Leidenschaft auch, gepaart mit einer großen Menge Idealismus.

Intime Atmosphäre

Catalina Otto hat das gemerkt, als sie im April angefangen hat, Verstärkung für ihr Team zu suchen. Händeringend habe sie gesucht, „aber es will einfach kein Mensch im Notdienst arbeiten“, fasst sie ihre Erfahrungen zusammen. Letztendlich ist sie aber doch fündig geworden. Und so fahren Otto und ihre Mitstreiter durch den Hochtaunus, sehr oft nach Frankfurt, aber bisweilen auch nach Darmstadt, Mainz, Offenbach oder Hanau. Sie werden gerufen, wenn ein Hund nach einem Bandscheibenvorfall bewegungs- und transportunfähig ist, wenn der Tierarzt im Urlaub oder zu stark eingespannt ist oder wenn es – auch das gehört dazu – darum geht, ein Tier einzuschläfern.

Viele Besitzer schätzen es, diesen schweren Abschied in vertrauter Umgebung nehmen zu können. Catalina Otto liebt die „intime und gemütliche Atmosphäre“ bei den Hausbesuchen. „Die Leute öffnen im Pyjama die Tür, wir sitzen gemeinsam auf dem Boden, während ich die Tiere behandele. Und aus manchen Einsätzen sind tatsächlich auch Freundschaften entstanden.“

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