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"Ein Ausdruck von Freude"

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Die besten deutschen Jumpstyler treffen sich in Oberursel.
Die besten deutschen Jumpstyler treffen sich in Oberursel. © dpa

Tanzlehrer Holger Pritzer erklärt im FR-Interview den Tanz Jumpstyle und wie Oberursel die Deutsche Meisterschaft ergattert hat.

Herr Pritzer, Jumpstyle, was lässt sich darunter vorstellen?

Ein Tanz, bei dem einen Schritt vor oder zurück, nach links oder rechts gesprungen wird. Es kann auch eine Drehung dabei sein. Im Jumpstyle befinden sich Elemente von Stepptanz und Irish Dance, nur mit höherem Beat.

Das hört sich nicht gerade nach Gesellschaftstanz an.

Cha-Cha-Cha oder Salsa wurde anfangs auch belächelt und gelten heute als Standard. Jumpstyle ist noch jung. Es kam vor vier, fünf Jahren in Belgien und den Niederlanden auf und über Nordrhein-Westfalen nach Deutschland.

Wie ist Jumpstyle entstanden?

Die jungen Leute haben den Tanz selbst auf der Straße nach dem Rhythmus der House-Musik kreiert, ohne Choreographie eines Tanzlehrers. Jumpstyle steht als Ausdruck für Freude, weg von den düsteren, negativen Texten des Rap, weg von Musik und Tanz die für Ghetto stehen.

Kann Jumpstyle in der Disco getanzt werden?

Möglich ist das schon, aber man braucht Platz. Jumpstyle ist auf der Straße entstanden und wird eigentlich auch dort praktiziert. Man kann ihn sogar beim Gehen ausüben, womit man aber die Blicke der Passanten auf sich lenkt.

Hat Jumpstyle bereits Eingang in die Tanzschulen gefunden?

Wir bieten seit zweieinhalb Jahren Kurse an. Insgesamt nehmen 60 bis 70 Personen teil, was auf ein hohes Interesse deutet. Natürlich hängt, wie bei anderen Kursen, auch hier vieles vom Tanzlehrer ab. Anja Neugebauer stammt aus Köln und hat von dort den Jumpstyle mitgebracht.

Wer kann teilnehmen?

Jumpstyle ist anstrengend. Man kann schnell ins Schwitzen kommen. Kondition ist deshalb gefragt. Die Jugendlichen müssen mindestens zwölf Jahre alt sein, sonst kann das Training zu sehr die Bänder belasten. Als Ausstattung sind nur gute Turnschuhe und lockere Bekleidung nötig.

Wie kam es zur Ausrichtung der Deutsche Meisterschaft?

Am Anfang stand der Kontakt mit dem Tanzlehrerverband und das Einladungsturnier im vergangenen Jahr. Mit dieser Veranstaltung konnten wir als möglicher Ausrichter der Deutschen Meisterschaft überzeugen. Es besteht schon die mündliche Zusage, dass Anfang Juni 2011 zum Hessentag die Europameisterschaft in Oberursel ausgetragen wird.

Wie gestaltet sich die Deutsche Meisterschaft?

Es gibt verschiedene Klassen von Solo bis Formation, die noch einmal in verschiedene Altersgruppen unterteilt sind. Mehr als 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich angemeldet.

Dabei auch Ü40-Jumpstyler?

Ja. Eine Gruppe erwachsener Schüler hatte die Tänzer gesehen und war begeistert. Aus dem Ausprobieren wurde eine Kurs, 15 davon werden beim Wettbewerb mitmachen. Das ist meines Wissens einmalig in Deutschland.

Interview: Detlef Sundermann

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