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Dynamisches Landleben

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Von: Olaf Velte

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Im Arche-Park fühlen sich kleine und große Vögel wohl.
Im Arche-Park fühlen sich kleine und große Vögel wohl. © M. Müller

Hessenpark zieht Bilanz einer verregneten Saison.

Von einer verhagelten Bilanz kann nicht die Rede sein – aber von einer verregneten. Weil Petrus in der ersten Jahreshälfte seine Gießkanne öfters ausleerte, blieben die Besucherzahlen 2012 im Hessenpark bei Neu-Anspach unter Vorjahresniveau. Insgesamt passierten rund 173000 Menschen die Museumskasse – 11500 weniger als 2011.

Was dem Theatertag „Frühling 1912“ nicht vergönnt war, wurde dem Ernte- und Apfelfest am 7. Oktober reichlich beschert: Mit über 7000 Besuchern war es eine der am stärksten frequentierten Veranstaltungen aller Zeiten. Der Rückblick auf die vergangene Saison macht auch deutlich, dass die Buchungen von Gruppen zugenommen haben. Der Anstieg um fast 12 Prozent, so Museumsleiter Jens Scheller, belege die Attraktivität des Hessenparks als außerschulischer Lernort und Ausflugsziel für Vereine.

Wer nur die nüchternen Zahlen in den Blick nimmt, verkennt die Dynamik, mit der sich das hessische Freilichtmusum derzeit verändert. So ist die im Juni erfolgte Zertifizierung zum Arche-Park durch die Gesellschaft zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen eine Weichenstellung für künftiges Wirtschaften. – „Tierisch hessisch“ nennt sich folgerichtig eine neue Veranstaltungsreihe. Als „wegweisend“ bezeichnet Scheller auch die Entscheidung, Bauaufgaben innerhalb des Parks in Eigenregie zu organisieren.

Mit einem Spatenstich begann im Mai ein Projekt, das zur Belebung des Parks maßgeblich beitragen soll: Die Martinsklause aus Remsfeld wird die Gaststättenherrlichkeit der 50er Jahre repräsentieren und innerhalb des Geländes zur Versorgung der Gäste beitragen. Eröffnet wurden im vergangenen Jahr die Synagoge aus Groß-Umstadt, die Kirche aus Kohlgrund und der Ebsdorfer Waschplatz mit seinem aus Sandstein gefassten Becken. „Allesamt Bereicherungen“, so Direktor Jens Scheller.

Auf- und ausgebaut wurden zudem Kooperationen und Partnerschaften. Gemeinsam mit wissenschaftlichen Institutionen und Universitäten wurde zum Beispiel die neue Außendarstellung entwickelt. Studenten der Offenbacher Hochschule für Gestaltung haben an der Auffrischung des Museumsdesigns gearbeitet – die Ergebnisse werden zum Auftakt der neuen Saison am 1. März in der Ausstellung „Der Hessenpark lebt“ gezeigt.

Daneben war das Programm von bewährten und neuen Formaten geprägt. Nach Auskunft der Museumsleitung wurden sowohl Treckertreff als auch Depotführung sehr gut angenommen. Zum Besuchermagneten habe sich die Jahresausstellung „Hessen hybrid“ mit ihrem Integrationsschwerpunkt entwickelt. Dem Leben vergangener Zeiten widmen sich zwei Präsentationen, die auch in der kommenden Saison zu sehen sind: fotografisch festgehaltene „Hinterlassenschaften“ sowie Dokumente zum jüdischen Landleben.

Nicht unerwähnt darf bleiben, dass die Homburger Stadtbuslinie 5 weiterhin im Kulturauftrag den Hessenpark ansteuern wird.

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