Oberursel

Durchstich soll Entlastung bringen

  • vonGabriele Calvo Henning
    schließen

Die Stadt Oberursel stellt umfassende Planung für das Bahnhofsareal und die Nassauer Straße vor.

Der Leiter der städtischen Verkehrsplanung von Oberursel, Ulrich Molter, ist überzeugt: Nur der „Durchstich“, also die Anbindung der Nassauer Straße an die Weingärtenumgehung und eine Einbahnstraßenregelung auf der Nassauer Straße können die verkehrsbedingten Probleme rund um den Oberurseler Bahnhof langfristig lösen. Nachdem die Stadtverordnetenversammlung im vergangenen November grünes Licht für die Aufstellung eines Bebauungsplans gegeben hatte, hat er zusammen mit Bürgermeister Hans- Georg Brum (SPD) und dem Chef der Stadtentwicklung Arnold Richter nun vertieftere Planungen vorgestellt.

Diese würden das Bahnhofsareal stark verändern. So soll der Bahnübergang in Richtung Bommersheim für Kraftfahrzeuge gesperrt und nur noch für Fußgänger, Radfahrer und Rettungsfahrzeuge passierbar sein. Der motorisierte Verkehr „taucht ähnlich ab wie die U-Bahn“, so Molter.

Damit es hier fließt, ist es wiederum notwendig, die Nassauer Straße zwischen Feldbergstraße und „An den drei Hasen“ als Einbahnstraßen zu führen. Zusammen mit dem Durchstich entzerre dies den Straßenverkehr massiv, so die Berechnungen der Planer. Allein auf der heutigen Nassauer Straße würde es 10 000 Fahrzeugen pro Tag weniger geben. Durch das Wegrücken der Nassauer Straße von der Wohnbebauung würde allerdings der hier erst Anfang dieses Jahres fertiggestellte breite Rad- und Fußweg wieder wegfallen.

Weitere Verkehrsentlastungen werden unter anderem für die Oberhöchstadter Straße und die Frankfurter Landstraße im Bereich des Alten Friedhofs erwartet. „Wo wir noch gucken müssen, ist die Belastung der Innenstadtstraßen“, so Bürgermeister Brum. Wegen der Attraktivität des Durchstichs würden Verkehre angezogen. Man gehe von einer möglichen Zunahme von 3000 Fahrzeugen pro Tag auf der Adenauerallee aus, weshalb ergänzende Maßnahmen notwendig werden. „Ich bin aber sicher, das bekommen wir hin“, ist Brum überzeugt.

Sind die Richtungsfahrbahnen der Nassauer Straße erst einmal getrennt, bestehe auf dem Bereich dazwischen die Möglichkeit eines Busbahnhofs. Auf den umgestalteten „Platz des 17. Juni“ könnte die Bushaltestelle Bahnhof verlegt werden. „Dadurch werden die Fußwege zwischen Bus und Bahn deutlich verkürzt“, wirbt Molter für diese Idee.

Eine getrennt laufende Nassauer Straße macht vieles dazwischen möglich. Dazu gehören nach den Vorstellung der Stadt- und Verkehrsplaner ein Parkhaus mit Mobilitätsstation auf dem jetzigen Park&Ride-Parkplatz genauso wie ein neuer Gebäudekomplex schräg gegenüber und weitere bauliche Erschließungen. „Diese Lösung würde uns insgesamt extrem helfen“, sagt Brum.

Spätestens im Januar sollen mit der Landesbehörde HessenMobil Gespräche über Fördermittel geführt werden. In einer Grobschätzung werden Kosten von rund sieben Millionen für den Durchstich mit der Anbindung an die Weingärtenumgehung und den Umbau den Knotens an der Adenauerallee genannt. Dazu kommen 18 Millionen Euro für die Umgestaltungen von der Kleinen Adenauerallee an bis zum Verkehrsknoten „An den drei Hasen“. Das wären rund 25 Millionen Euro, von denen 70 bis 80 Prozent vom Land kommen könnten, heißt es aus der Stadtverwaltung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare