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"Dürftiger Bau"

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Udo Kissel (45) erwartete ein Kurhaus im klassischen Stil, als er nach Bad Homburg zog.
Udo Kissel (45) erwartete ein Kurhaus im klassischen Stil, als er nach Bad Homburg zog. © FR/Zebrowski

Während sich die meisten Homburger nach 25 Jahren an ihr Kurhaus gewöhnt haben, sind viele Gäste enttäuscht über das äußere Erscheinungsbild des Wahrzeichens.

Von KAROLINA ZEBROWSKI

Das Kurhaus in Bad Homburg steht in seiner jetzigen Form seit 1984 im Zentrum der Stadt. Tagtäglich gehen die Menschen daran vorbei und nehmen es mehr oder weniger zur Kenntnis. Aber was halten die Einheimischen, Zugezogenen und Besucher vom Kurhaus der Kurstadt Bad Homburg?

Die Antworten fallen unterschiedlich aus. Besonders Zugezogene und Besucher zeigen sich enttäuscht über das äußere Erscheinungsbild. Udo Kissel, 45 Jahre, seit zehn Jahren Bad Homburger, hatte sich ein Kurhaus, als er zugezogen ist, anders vorgestellt: "Eher so wie die Kur Royal Therme. Ein klassischer Bau, im Stil der Jahrhundertwende. So sollte ein Kurhaus aussehen."

Ähnliches schwebte auch dem Rentner-Ehepaar Tosche aus der Nähe von Wetzlar vor, als sie vergangene Woche zum ersten Mal einen Ausflug in die Kurstadt machten, um das schöne Wetter zu genießen. Herr und Frau Tosche, 63 und 60 Jahre: "Wir hatten erwartet, dass es wie ein antikes Schloss aussieht. So passt das gar nicht zum Park." In der Form ist Ihnen das Kurhaus "zu modern". Dagegen findet ein 64-Jähriger, der das Kurhaus schon in seiner alten Version vor 1984 kannte, das Gebäude "sehr schön" und behauptet, es sei besser als das Vorherige.

Anja Ferber, 39 Jahre und ebenfalls zum ersten Mal in Bad Homburg, meint: "Nach allem was ich bisher gesehen habe, gibt es hier überall so schöne alte Bausubstanz. Da wirkt das Kurhaus im Vergleich irgendwie unpassend." Dann verabschiedet sie sich schnell, um rechtzeitig zum Stadtrundgang zu kommen, der nachmittags im Kurhaus beginnt.

"Café könnte länger aufbleiben"

Sarah Cochran, 30 Jahre und Wiesbadenerin: "Das Kurhaus müsste attraktiver gestaltet werden. Man geht wenig rein, trotz der zentralen Lage." Ihre Schwester Carrie Hildmann, 33 Jahre und seit 10 Jahren wohnhaft in Bad Homburg, fügt hinzu: "Früher gab es dort kulturelle Events, wo man hingegangen ist. Aber nun passiert nicht mehr viel. Jetzt parkt man nur noch dort und läuft raus. Ist ja auch ziemlich dunkel da drin. Da geht man lieber raus auf die Straße." Beide Schwestern sind der Meinung, das Kurhaus repräsentiere die sonst sehr schöne Stadt nicht angemessen. Auch die Ladenbesitzer tun ihnen leid: "Das in der Passage ist ja meistens wenig los. Die Geschäfte halten sich wahrscheinlich auch grad nur so."

Jüngere Mitbürger haben andere Dinge zu bemängeln. Serkan Sahim, 24-jährig und Fliesenleger von Beruf und sein 20-jähriger Freund Junis Wetzel (Schüler) äußern sich so: "Wir finden das Gebäude okay, so wie es ist. Aber die Toiletten müssten dringend mal erneuert werden. Die stinken total. Und das Café könnte abends länger aufbleiben, das macht immer schon um 20 Uhr zu."

Die Schülerin Steffi Filusch, 18 Jahre, hat wiederum andere Kritikpunkte: "Die Farbe könnte freundlicher sein. Hell wäre besser. Aber eigentlich hat man sich schon dran gewöhnt, so wie es ist."

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