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Dreijährige sparen Strom

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Als deutschlandweites Pilotprojekt startet Ökoprofit jetzt in acht Kitas in Bad Homburg, Friedrichsdorf und Oberursel. Erzieherinnen und Kinder sollen dabei sowohl ihr Umwelt-Bewusstsein schärfen als auch Strom und Heizung sparen.

Von Martina Propson-Hauck

Wenn ein Vierjähriger hinter seinem Vater das Licht ausknipst und ihm erklärt, dass er doch Strom sparen müsse, dann haben die Eltern oder hat die Kita vermutlich alles richtig gemacht in Sachen Umwelterziehung. Vielleicht sind die Eltern aber auch umweltpolitisch engagierte Kommunalpolitiker bei den Grünen. Die Geschichte über seinen Sohn erzählte gestern Oberursels Grünen-Stadtrat Christof Fink bei der Auftaktveranstaltung des Projekts „Ökoprofit in der Kita“ im Bad Homburger Rathaus.

Als erste Kommunen in Deutschland beteiligen sich die drei Hochtaunusstädte Bad Homburg, Friedrichsdorf und Oberursel an dem Pilotprojekt in acht Kindertagesstätten. Ziel der gemeinsamen Anstrengung soll sein, die Umweltbilanz der Kita-Gebäude zu verbessern und pädagogische Konzepte zu entwickeln, mit denen Erzieherinnen und Kinder zum Umweltschutz motiviert werden.

Beteiligt sind in Bad Homburg die Kitas Am Seeberg in Gonzenheim, Eschbachtal in Ober-Eschbach und die Einrichtungen in Ober-Erlenbach und Dornholzhausen. Aus Friedrichsdorf macht die Kita Hoher Weg mit, außerdem Oberbornstraße in Seulberg und Rodheimer Straße in Burgholzhausen. Die Waldzwerge, ein Waldkindergarten, ist die einzige Oberurseler Institution, die an dem Projekt teilnimmt.

Mit 72 000 Euro wird das Ganze von den Städten finanziert, 65 Prozent schießt der Bund zu. Drei Jahre lang währt solch ein Ökoprofit-Projekt, am Ende können sich die beteiligten Kitas mit einem Zertifikat schmücken. Dazwischen liegt ein langer Prozess mit Workshops und Anregungen für die Erzieherinnen, der von Mitarbeitern der Firma Arqum begleitet wird, einer in Frankfurt und München ansässigen Unternehmensberatung in Umweltfragen. Arqum hat bereits Ökoprofit mit Wirtschaftsunternehmen aus der Kurstadt, Oberursel, Friedrichsdorf, Kronberg und Usingen organisiert.

Ziel der Projekte ist immer, Strom und Heizung zu sparen und Bewusstsein nachhaltig zu verändern. Auch für die Finanzen der Städte soll dabei unterm Strich ein Plus herauskommen: So wird in jeder Kita etwa akribisch aufgelistet, wie viel Strom und Heizung sie verbraucht. Die Erzieherinnen können Verbesserungsvorschläge einbringen.

Mit der Kita Brandenburgerstraße besitzt Bad Homburg bereits eine erste Kita in Passivbauweise. Andere Städte, so machte Stadtrat Norbert Fischer aus Friedrichsdorf deutlich, können sich solch einen Luxus nicht leisten. Trotzdem würde Energiesparen auch dem Stadtsäckel helfen: 140 000 Euro im Jahr betragen die Energiekosten allein für die Kitas.

Und was bringt’s den Kindern: Voraussichtlich auch viel Spaß bei Projekten wie der Analyse des Wassers im Tümpel oder dem Durchforsten von Mülleimern nach den Dingen, die da eigentlich gar nicht reingehören.

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