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Rolls-Royce Oberursel

Drei Monate Handarbeit

Christof ist einer der 22 Auszubildenden, die 2008 ihre Lehre beim Triebwerkhersteller Rolls-Royce begonnen haben. Stolz präsentierte er am Informationstag seinen Arbeitsplatz. Von Franziska Dallinger

Von Franziska Dallinger

Dass hier an einem normalen Arbeitstag die Metallspäne fliegen, ist nur zu erahnen. "Das war viel Arbeit, unseren Arbeitsplatz so auf Hochglanz zu polieren", sagt Christof, 20 Jahre alt und einer der 22 Auszubildenden, die 2008 ihre Lehre beim Triebwerkehersteller Rolls-Royce begonnen haben. Nicht ohne Stolz präsentierten sie am Informationstag des Unternehmens ihren Arbeitsplatz. Zwischen großen Drehbänken, Fräs- und Tischbohrmaschinen stehend, erklären sie interessierten Besuchern ihren Arbeitsalltag.

Zu Beginn der Ausbildung spielen diese Maschinen eine untergeordnete Rolle. Eine Handfeile ist alles, was der Lehrling in den ersten drei Monaten braucht. Zu Übungszwecken werden Metallteile so lange von Hand gefeilt, bis sie sich passgenau ineinander einfügen lassen. Erst dann dürfen die Azubis an die Maschinen.

Rolls-Royce bildet Zerspanungsmechaniker und Industriemechaniker aus. "Wir Zerspaner können in der Werkstatt aber auch Dinge lernen, die zur Ausbildung des Industriemechanikers gehören", sagt Torben (18). Möglich sei viel, erzählen die beiden Jungs begeistert. Wichtig ist ihnen, dass sie eine Perspektive haben und bald zu den 1200 Mitarbeitern am Standort Oberursel gehören.

Bis jetzt hat Rolls-Royce immer alle Auszubildenden übernommen. Doch die Hürde zum Einstieg ist hoch, rund 180 Bewerbungen erhält das Unternehmen jährlich. Schülern aller Bildungswege steht der Weg offen, das ist RR wichtig. "Natürlich spielen auch Noten und Art des Schulabschlusses eine Rolle, aber die Persönlichkeit des Bewerbers steht absolut im Vordergrund", sagt Kurt Blum, einer der drei Ausbilder in der Werkstatt an der Hohemarkstraße. Seine Ankündigung, die Zahl der Ausbildungsplätze noch zu erhöhen, lobt der SPD-Landesvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel, der auch beim Tag der Ausbildung vorbeischaut. Dies sei der richtige Weg in Zeiten der Krise.

Die Krise ist für Jan (14) aus Neu-Anspach weit weg. Er hat noch zwei Jahre Schule vor sich und nutzt beim Tag der Ausbildung einfach die Gelegenheit, in das Unternehmen reinzuschnuppern. "Ich weiß aber noch nicht genau, ob das der richtige Beruf für mich ist", sagt er. Ganz anders sieht das Katrin, 15 Jahre, aus Oberursel. Für sie steht fest, dass sie Industriemechanikerin werden möchte und das am liebsten bei Rolls-Royce. Ihre Bewerbung hat sie in den Sommerferien schon eingereicht. Ihre ältere Schwester ist bereits ausgebildete Industriemechanikerin und arbeitet seit zwei Jahren bei Rolls-Royce. Ihre Begeisterung hat die kleine Schwester angesteckt.

Den zwei Jahrgangsbesten finanziert Rolls-Royce nach dem Ende ihrer Ausbildung auf Wunsch ein Studium. Und so feilen die jungen Auszubildenden in der Werkstatt buchstäblich an ihrer Zukunft.

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