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Hier an der Dornholzhäuser Straße soll die neue Kita entstehen.

Einrichtung in Holzmodulbauweise

Dornholzhausen bekommt einen weiteren Kindergarten

Hochtaunuskreis: Die Einrichtung wird zumindest kurz- und mittelfristig einen ganz besonderen Status haben. Nämlich den eines Ausweichquartiers. Aus gutem Grund.

Dornholzhausen - Die Zentrale des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Hochtaunus in der Kaiser-Friedrich-Promenade 5 ist in die Jahre gekommen. Das DRK will deswegen an gleicher Stelle neu bauen. Viergeschossig mit Tiefgarage und Service-Wohnungen. Und natürlich soll in dem Neubau auch wieder eine Kita unterkommen. Geplant sind vier Gruppen, eine mehr als bisher. DRK-Kreisgeschäftsführer Axel Bangert ging zuletzt von Gesamt-Investitionskosten in Höhe von 25 Millionen Euro aus.

Bau könnte 2022 fertig sein

Klingt gut - aber auch nach einer ziemlich langwierigen Angelegenheit. Tatsächlich ist die Sache bereits in vollem Gange. Zumindest bei der Stadt Bad Homburg. Weil die nämlich keinesfalls während einer vermutlich längeren Neubau-Phase auf die vom DRK angebotenen Kitaplätze verzichten kann - der Stadt fehlt es schon jetzt an drei Krippen und Kitas mit jeweils 60 Plätzen -, hat Stadträtin Lucia Lewalter-Schoor (SPD) darauf gedrängt, dass für die Umbauphase ein Ausweichquartier gefunden werden muss.

Nun sind Grundstücke in Bad Homburg für solche Vorhaben bekanntermaßen rar - Lewalter-Schoor ist seit Monaten auf der Suche nach Arealen, auf dem Kitas gebaut werden könnten. Aber tatsächlich hat sich jetzt ein Gelände in der Dornholzhäuser Straße, gegenüber des Friedhofs gefunden, auf dem eine Kita gebaut werden kann.

Das Areal ist derzeit unbebaut und grenzt an den bestehenden Kinderhort der Grundschule, das Grundstück für die neue Feuerwache und die B 456. Die Erschließung soll über die Dornholzhäuser Straße erfolgen.

Der erste Stock ist tabu, aber im Erdgeschoss der Meierei könnte möglicherweise eine Krippe eingerichtet werden.

Die Machbarkeitsstudie sieht ein zweigeschossiges Gebäude ohne Unterkellerung, aber mit einem begrünten Flachdach vor. Das Raumprogramm beinhaltet sechs Gruppenräume zuzüglich je eines Differenzierungsraumes. Zudem sind weitere pädagogische Räume wie Integrations-, Werk-, Beratungs- und Mehrzweckraum vorgesehen. Und natürlich Büro-, Besprechungs- und Personalräume, eine Küche und eine Cafeteria.

Die erforderlichen Stellplätze sollen entlang der Dornholzhäuser Straße angeordnet werden. Das Gebäude soll über einen Vorplatz mit angegliedertem Fahrradstellplatz erschlossen werden. Ein Treppenraum mit Aufzug ermöglicht zudem einen barrierefreien Zugang zu beiden Ebenen. Zudem soll eine direkte Erschließung des Mehrzweckraumes von außen möglich sein. Das ließe eine getrennt vom Kita-Betrieb funktionierende Nutzung dieses Bereichs zu.

Lewalter-Schoor plant - die Zustimmung des Parlamentes vorausgesetzt - den Neubau in Holzmodulbauweise bis 2022. Damit die DRK-Kids auch unterkommen, wenn das Rote Kreuz mit dem Abriss der alten und dem Neubau der neuen Einrichtung beginnt. Modulbauweise deswegen, "weil wir dann flexibler sind", sagte sie am Rande der Ortsbeiratssitzung in Dornholzhausen am Montagabend.

Dort stand das etwa 5,5 Millionen Euro teure Vorhaben auf der Tagesordnung. Schließlich müssen zunächst 200 000 Euro überplanmäßige Ausgaben für Planungsleistungen genehmigt werden, bevor das Vorhaben, das europaweit ausgeschrieben werden soll, angegangen werden kann.

Verkehrskonzept wichtig

Flexibilität ist der Sozialdezernentin auch deswegen wichtig, weil die DRK-Kinder, wenn ihr Kindergarten in der Promenade neu gebaut ist, ja wieder umziehen werden - und dann andere Kinder dort unterkommen. Auch die vermutlich zunächst wieder übergangsweise. Lewalter-Schoor sagte: "Wir haben ja die eine oder andere städtische Kita, die ebenfalls saniert werden muss, etwa die im Gartenfeld, da denke ich perspektivisch und bin froh, wenn ich weiß, dass wir ein gutes Ersatzquartier haben."

Und eines, bei dem die Verkehrsführung für den Hol- und Bringdienst der Eltern auch geregelt ist. Denn das festzuhalten, war nun dem Ortsbeirat wichtig. Ortsbeirätin Angelika Vollrath-Kühne (FDP) verwies darauf, dass es für die dann neue Situation dringend eines Verkehrskonzeptes bedürfe, um nicht die Dornholzhäuser und die angrenzende Ricarda-Huch-Straße zu überfrachten. Der Antrag wurde von den Mitgliedern des Gremiums einstimmig angenommen.

Krippen- und Kitaplätze gibt es derzeit in der Stadt einfach nicht genug. Das bereitet nicht nur Stadträtin Lucia Lewalter-Schoor (SPD) Kopfzerbrechen, sondern auch so manchem, von dem man das gar nicht gedacht hätte. Peter Löw und Micha Barsties und Franz-Josef Mues vom Förderverein Kleiner Tannenwald zum Beispiel. Sie hatten Anfang Mai im Rahmen einer Mitgliederversammlung des Vereins vorgeschlagen, dass man in der Meierei eine Kinderbetreuung unterbringen könnte.

Bei der Stadt sind sie mit ihrer Idee auf offene Ohren gestoßen - vor allem auf die von Lewalter-Schoor. Sie sagte am Montag am Rande der Ortsbeiratssitzung in Dornholzhausen: "Ich bin begeistert und wir sind da bereits in guten Gesprächen. Wir wollen nämlich, dass das gelingt."

Die ersten Schritte seien bereits eingeleitet, sprich, Gespräche anberaumt mit allen zuständigen Behörden wie unter anderem dem Denkmalamt, der Bauaufsicht und der Unteren Naturschutzbehörde.

Wenn es gelingt, könnten dort in die Meierei zwei Krippengruppen mit jeweils zwölf Kindern im Erdgeschoss einziehen. Der erste Stock, soviel sei schon jetzt klar, eigne sich leider nicht für Gruppenräume. Lewalter-Schoor: "Aber wir prüfen, welche weiteren Möglichkeiten wir dort haben." 

sbm

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