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Jeder Rolli passt rein, eingestiegen wird über eine stabile Rampe.

Alfred-Delp-Haus Oberursel

Ein Auto, das wirklich hilft

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Eine Spende der FR-Altenhilfe macht das Alfred-Delp-Haus mobil. Die Einrichtung hat jetzt einen rollstuhlgerechten Transporter.

Alle im Alfred-Delp-Haus sind begeistert von seinem Neuzugang, auch wenn er eine große Klappe hat. Gemeint ist der geräumige weiße Transporter, den die Einrichtung für geistig beeinträchtigte Menschen nun ihr Eigen nennen kann. Der Ford Connect verfügt über fünf Sitzplätze, eine stabile Rollstuhlrampe und ordentlich Stauraum.

Stefan Solf freut das sehr. Der Leiter des Alfred-Delp-Hauses hatte mit Erfolg einen Förderantrag bei der Alten- und Weihnachtshilfe der Frankfurter Rundschau gestellt.

„Das Auto wurde komplett durch die FR-Altenhilfe finanziert“, sagt Solf. So, wie es jetzt auf dem Hof der Einrichtung steht, kostet es etwa 25 000 Euro. Der Wagen erfülle eine wichtige Funktion, denn einen wendigen Transporter für nur einen Rollstuhl gab es bislang nicht im Fuhrpark. Nur einen großen Bus für ganze Gruppen. „Es ist unerlässlich, auch so ein Fahrzeug zu haben, etwa für kleinere Ausfahrten.“ Laut Solf sind etwa die Hälfte der 61 Bewohner ganz oder zeitweise auf einen Rollstuhl angewiesen. Denn die Menschen im Alfred-Delp-Haus sind oft zusätzlich zu ihrer geistigen Beeinträchtigung auch körperbehindert und machen spezielle Therapien.

„Wir achten darauf, dass alle hier auch mal rauskommen“, sagt Stefan Solf. Regelmäßig gebe es daher Ausflüge, etwa mit den Senioren. Ab und an geht es zum Shoppen in ein Einkaufszentrum. „Da ist es immer wichtig, dass es am Ende auch irgendwo noch einen Cappuccino gibt“, sagt Solf und lächelt dabei.

Das Alfred-Delp-Haus ist als ein Wohnverbund angelegt. Mehrere Häuser sind um einen kleinen Platz gruppiert, auf dem ein Springbrunnen sprudelt. Es gibt eine eigene Großküche, geschultes Pflegepersonal und zahlreiche therapeutische Angebote, etwa Krankengymnastik.

Die Selbstbestimmung der Bewohner gehört zum Credo der Einrichtung – das Betreuungsangebot soll auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt sein. Viele der Bewohner arbeiten in den Oberurseler Werkstätten. Neben den festen Wohnplätzen im Alfred-Delp-Haus gibt es auch noch einen Bereich mit etwa 50 Plätzen im Betreuten Wohnen.

Die Einrichtung ist in Trägerschaft des Sankt Vincenzstiftes mit Sitz in Rüdesheim. Derzeit wird ein weiteres Haus mit 24 stationären Wohnplätzen am St.-Hedwigsweg errichtet. Das Stift wird damit Kapazitäten aus dem Rheingau nach Oberursel verlagern. „Es ist spürbar, dass hier im Hochtaunus der Bedarf nach Plätzen steigt“, sagt Solf dazu. Im Rheingau gehe er dagegen eher zurück, ebenso wie dort die Einwohnerzahlen insgesamt derzeit schrumpfen.

Das Alfred-Delp-Haus wird vom Landeswohlfahrtverband Hessen wesentlich gefördert. Allerdings, so Solf, ermöglichen Spenden und Zuwendungen der Einrichtung, mehr für ihre Bewohner zu tun. „Wir würden gerne eine neue Therapie-Badewanne anschaffen“, sagt er. Ein solches High-Tech-Gerät kann Wirbel im Wasser erzeugen und man kann verschiedene farbige Lichteffekte zuschalten. Doch das kostet gut und gerne 14 000 Euro, die aus Spenden erbracht werden müssen.

An diesem Wochenende feiert die Einrichtung in der Alfred-Delp-Straße 2 übrigens ihr Sommerfest. Am Samstag gibt es um 21.30 Uhr den Film „Honig im Kopf“, in dem Dieter Hallervorden einen an Alzheimer Erkrankten spielt.

Am morgigen Sonntag, 28. August, gibt es um elf Uhr einen Gottesdienst, daran anschließend ein vielfältiges Programm mit Kinder-Hüpfburg, Flohmarkt und einem Rollstuhl-Parcours.

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