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Helferinnen hinter den Kulissen eines Tanzes beim Thai-Festival im Kurpark.
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Helferinnen hinter den Kulissen eines Tanzes beim Thai-Festival im Kurpark.

Kulturfestival

Deutscher Mann sucht junge Thaifrau

Beim Kulturfestival Amazing Thailand begegnet man Klischees und Köstlichkeiten.

Von MARTINA PROPSON-HAUCK

Jarunee Metz lässt sich die Tüte mit thailändischen Würsten vollpacken. Diese Würste nimmt sie gleich händeweise mit, aber auch Süßigkeiten. "Die herzustellen ist eine riesige Arbeit", sagt die Besitzerin eines kleinen Asia-Shops bei Heidelberg. Seit 21 Jahren lebt sie in Deutschland, kam wegen eines Mannes. Seit 15 Jahren kommt die Kleinunternehmerin nach Bad Homburg zum Thaifestival. Tochter Anissa (16) war schon als Baby dabei. Auch sie schleppt Tüten, genau wie die deutsche Schwiegertochter.

Ein bisschen Heimat

"Ein bisschen Heimatgefühl", sucht Jarunee hier, obwohl sie mehr als die Hälfte ihres Lebens in Deutschland verbracht hat. "Deutschland ist natürlich auch Heimat", schiebt sie nach. Dass sich Thais und Deutsche gleichermaßen vergnügen auf dem Fest, zu dem auch an diesem Wochenende wieder tausende Besucher strömten, freut sie besonders.

Thailändische Lebensmittel einkaufen und gut essen: Handfeste Gründe auch bei mehr als 30 Grad im Schatten in den Kurpark zu kommen. Im Schatten der alten Bäume picknicken Familien auf Decken und Biertisch-Bänken. Die Thai-Sala ist Hintergrund für viele Erinnerungsfotos. Während sechs Tänzerinnen barfuß auf dem Kiesweg für ihre Vorstellung auf der Bühne proben, knien andere andächtig vor dem Bildnis Chulalongkorns. Der Großvater von König Bhumibhol stiftete die Sala aus Anlass seines Kuraufenthaltes vor 101 Jahren in Bad Homburg. Eine Zweite entstand vor einem Jahr in den Salzwiesen. Die Luft hängt voll Räucherstäbchenduft, der unangenehmere Gerüche überdeckt. Denn in ihrer Königsverehrung legen manche trotz der Hitze auch gekochte Meeresfrüchte, Obst und geöffnete Dosen Kokosmilch vor dem Bildnis nieder.

Vor einem Zelt, in dem Thai-Massage angeboten wird, diskutiert ein älterer Mann mit der Inhaberin. Er möchte 19 Euro in die 20-minütige Massage investieren. Seine blutjunge Frau, eine Thailänderin, soll zusehen und sich die Griffe möglichst merken. Für die Kommunikation zwischen Mann und Frau muss die Massagespezialistin dolmetschen.

Auch so kann man das Kulturfestival mit gelenken Thai-Boxern und grazilen Tänzerinnen wahrnehmen: unglaublich viele ältere Männer mit sehr jungen Thai-Frauen und kleinen Kindern trifft man hier. Realitäten des deutsch-thailändischen Austausches und Ausdruck von Wohlstandsgefälle.

Diese Realität hat längst einen großen Markt hervorgebracht. Gleich nebenan wirbt eine Maklerin für den Aufbau einer Deutsch-Thaikommune in Chiang Mai. Luxusvillen sind darauf abgebildet, Grundstücke günstig zu haben, heißt es in dem Prospekt. Informieren kann man sich über die Immobilienschnäppchen fürs Rentenalter in einer Gelsenkirchener Änderungsschneiderei.

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