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Die Humboldtschule hilft seit Jahren Menschen in Tansania.

Tansania-Projekt

Preis für die Humboldt-Schule

Für ihr jahrelanges Engagement am Fuße des Kilimandscharo erhält die Bad Homburger Humboldtschule jetzt eine Auszeichnung der Bundesregierung. Von Viktor Fritzenkötter

Von Viktor Fritzenkötter

Aus dem fernen Tansania war er gekommen, um zu danken: Eliet Senkoro, der Schulleiter der Mwanga High School. Am Donnerstagabend saß er gemeinsam mit vielen anderen in der Aula der Humboldtschule (HuS) und nahm an einer feierlichen Zeremonie teil. Seit 1996 unterstützt die HuS sein Internat am Fuße des Kilimandscharo, nun wurde sie dafür von der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft als einer der "365 Orte im Land der Ideen" ausgezeichnet.

In den vergangenen Jahren spendete die Humboldtschule rund 450000 Euro nach Afrika, die im "Tansania-Basar" und anderen Projekten gesammelt wurden. Damit konnten die Lernbedingungen erheblich verbessert werden, das Internat mit 550 Schülern zählt inzwischen zu den besseren des Landes.

Klaus Schilling, Lehrer und Unesco-Beauftragter des Gymnasiums, betonte aber: "Es handelt sich um ein Dialogprojekt, das an kulturellem Austausch interessiert ist und nicht nur über die materielle Schiene läuft." Daher war er in diesem Sommer zusammen mit acht Schülern und einer Lehrerin im Internat, das "wie ein kleines Dorf" sei. Sogar die Landessprache Kisuaheli hatten sie im Vorfeld gelernt.

Der Schüler Max Schubring berichtete von "einer phänomenalen Zeit". "Wir wurden unglaublich herzlich aufgenommen, man kann die Entwicklung dort förmlich spüren." Auch heute noch halte er Kontakt zu einigen Schülern aus Mwanga. "Ich habe sie schon von den Vorteilen der Nutzung von Solarenergie überzeugt", erzählte er strahlend.

"Die Unterstützung der Mwanga High School zeigt, wie man das Menschenrecht auf Bildung in die Tat umsetzt", sagte Daniel Hennig, der Vertreter der Deutschen Bank, in seiner Laudatio auf die Humboldtschule. Daher erhalte sie die Anerkennung der Initiative. Diese prämiert unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler Projekte, die beispielhaft für Kreativität und Weltoffenheit sind. Sie werden jedes Jahr in einem Reiseführer des Dumont-Verlags verewigt.

Die Schulleiterin Ursula Balser hob hervor, dass es sich um eine Partnerschaft halte, von der "beide Seiten profitieren", die auf Augenhöhe stattfinde und auch Anregungen für ihre Schule biete. Daher verkündete sie eine "Garantie für weitere Hilfe". Und Eliet Senkoro, ihr Gast aus Tansania, schloss seine Rede glücklich in die Runde schauend mit dem Ausruf: "Lang lebe die Partnerschaft", begleitet von frenetischem Beifall.

Im kommenden Jahr besuchen tansanische Schüler die HuS, die derweil an neuen Hilfsideen tüftelt. Senkoros Wunsch traf an diesem Abend also auf offene Ohren.

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