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Den Denkmalschutz im Blick

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Von: Götz Nawroth-Rapp

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Bürgermeister Brum empfängt den Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. Dieser sagt mit Blick auf Oberursel dort sei ein Grundbewusstsein für die Denkmalpflege vorhanden, was nicht unbedingt selbstverständlich sei.

Markus Harzenetter ist eigentlich schon seit Mai vergangenen Jahres Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen . Erst jetzt aber schaffte er es auch ins „Tor zum Taunus“, um mit Bürgermeister Hans-Georg Brum und weiteren Oberurselern über Schutz und Erhalt lokaler Kulturschätze zu sprechen. Bei einer ausführlichen Tagesführung lernte Harzenetter die Stadt und ihre Besonderheiten kennen. Dazu gehörte das Alt-Oberurseler Brauhaus, eines der schönsten noch erhaltenen Gasthäuser Hessens aus alter Zeit. Der Turm der Kirche St. Ursula bot dem obersten Denkmalpfleger Hessens bei bestem Wetter klare Sicht bis rüber zur Frankfurter Skyline.

Mit auf den Turm kamen neben Bürgermeister Brum auch Wilfried Abt vom Freundeskreises der St. Ursula-Kirche und Wolfgang Breese, im Rathaus Abteilungsleiter für Städtebau und Stadtgestaltung. Der gebürtige Bayer Harzenetter ist 50 Jahre alt und vor seiner Position in Hessen Landeskonservator für Westfalen-Lippe mit Dienstsitz in Münster. Vor dieser Zeit war der Kunsthistoriker in verschiedenen Denkmalbehörden in Bayern tätig, unter anderem bei der Stadt Regensburg.

Sein jetziges Amt in Hessen ist für ihn „die Krönung“, auch, weil mit Biebrich in Wiesbaden ein waschechtes Barockschloss Harzenetters Dienstsitz ist. „Das ist schon ganz okay“, sagt Harzenetter schmunzelnd.

Mit Blick auf Oberursel sagt Harzenetter, dort sei ein Grundbewusstsein für die Denkmalpflege vorhanden, was nicht unbedingt selbstverständlich sei. Insofern finde man mit der Stadt „ein bestelltes Feld“ vor. Bürgermeister Brum hob die nahende Fertigstellung des Kongresshotels an der Villa Gans hervor, dessen Bettenhaus am Hang auch vom Kirchturm zu sehen ist. Brum ist stolz darauf, dass das vormals marode Haus in seiner alten Form neu aufgebaut wird, auch wenn Denkmalschutz für den Neubau nun nicht mehr erteilt werden kann. Das hat so manchen in Stadt und Politik erzürnt, einige Anwohner finden das Haus mit 140 Betten überdimensioniert.

Wilfried Abt präsentierte das kleine Museum im Turm der Kirche St. Ursula, in dem Exponate von der Geschichte der Kirche zeugen. Unter anderem finden sich ein mittelalterlicher Narrenkopf aus Sandstein und ein Reliquien-Altar von 1530.

Und dann ist noch etwas bei der Turmführung aufgefallen: Ein Wohnhaus in der Umgebung, das war zu erspähen, trägt ganz frech ein blaues Dach. Eigentlich nicht erlaubt. Andererseits war zu erfahren, dass in den vergangenen 15 Jahren auch noch keine Behörde daran Anstoß genommen hat.

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