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Ein Daten-Dorado für Familienforscher

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Woran starb der Nobelpreisträger Paul Ehrlich? Und wann haben die eigenen Urgroßeltern geheiratet? Die älteren Akten des Standesamts sind jetzt im Bad Homburger Stadtarchiv einsehbar.

Woran starb der Nobelpreisträger Paul Ehrlich? Wie viele Schmidts wurden 1890 an der Louisenstraße geboren? Antwort auf diese und ähnliche Fragen können Historiker, Familienforscher und alle Interessierten ab sofort im Stadtarchiv am Tannenwaldweg finden. Bislang durften das nur direkte Nachfahren oder Leute mit Sondererlaubnis, berichtet Stadtsprecher Andreas Möring. Ein neues Bundesgesetz erleichtert nun die Nutzung der alten Personenstandsbücher.

Seit Jahresbeginn hat das Stadtarchiv im Gotischen Haus 335 Personenstandsbücher und 21 Namensregister vom Standesamt übernommen. Sie wurden auf Mikrofilm übertragen und sind jetzt auf Lesegeräten nutzbar. Einsehbar sind so die Geburtenbücher von 1874 bis 1898, die Heiratsbücher bis 1928 und die Sterbebücher bis 1978. Jüngere Personendaten sind weiter im Standesamt verschlossen. Geburtsdaten dürfen erst nach 110 Jahren veröffentlicht werden, Todesdaten nach 30 Jahren.

Bis 1874 führten die Kirchengemeinden die Personendaten der Einwohner. Einige Abschriften der Kirchenbücher sind laut Möring ebenfalls im Stadtarchiv einsehbar. Kaiser Wilhelm I. nahm 1875 den Kirchen das Beurkundungsrecht für Geburten, Heiraten und Sterbefälle weg. Seitdem sind die Kommunen zuständig.

Und was ist mit Paul Ehrlich? Der damals 61-jährige Begründer der Chemotherapie gegen Krebs erlag am 20. August 1915, heute vor 94 Jahren, im Bad Homburger Sanatorium von Dr. Curt Pariser einem Herzinfarkt. ( nes)

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