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Dampftage mit Lokomobile

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Von: Olaf Velte

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Über 215 000 Besucher kamen im vergangenen Jahr in den Hessenpark – eine Steigerung zum Vorjahr.
Über 215 000 Besucher kamen im vergangenen Jahr in den Hessenpark – eine Steigerung zum Vorjahr. © hessenpark

Der Hessenpark kann ein mit Besucherplus verbuchen. Als Magneten erweisen sich – wie schon in den Jahren zuvor – die großen Veranstaltungen wie Apfelfest und Dampftage.

Nicht immer wecken historische Bauwerke und betagte Gerätschaften das Interesse der Hessenpark-Besucher. Manche kommen im Gefolge eines heiratswilligen Paares, dessen Bund im Standesamt am Marktplatz offiziell besiegelt wird. Immerhin 2400 Hochzeitsgäste haben das neue Eingangsgebäude des Neu-Anspacher Freilichtmuseums in der zweiten Saisonhälfte 2015 durchschritten.

Auch die erweiterte Besucherstatistik im Rahmen des Jahresrückblicks gibt Anlass zur Freude: Mit 215 532 Gästen konnte das Landesmuseum ein Plus von 12,5 Prozent gegenüber dem Jubeljahr 2014 verbuchen. „Zum zweiten Mal in Folge ein deutlicher Anstieg“, so Hessenpark-Leiter Jens Scheller. Und dies, obwohl die Besucherzahlen während der sommerlichen Hitzeperioden eher überschaubar gewesen seien.

Als Magneten erwiesen sich – wie schon in den Jahren zuvor – die großen Veranstaltungen Apfelfest, Dampftage, Treckertreff sowie Pflanzen- und Adventsmarkt. So ließen sich mehr als 7000 Menschen von der vorweihnachtlichen Atmosphäre 2015 begeistern.

„Der Apfel. Kultur mit Stiel“

Laut Museumsleitung wurde die Sonderausstellung „Der Apfel. Kultur mit Stiel“ ebenso stark beachtet wie die vorübergehend präsentierten Skulpturen des Künstlers Sean Henry im Rahmen von „Blickachsen 10“. Eine für Gäste nicht zu umgehende Novität stellt fortan das neu eröffnete Eingangsgebäude des Freilichtmuseums dar – lange wurde vorausgeplant, wie eine veränderte Zugangsregelung funktionieren könnte.

Seit Ende Juni muss jeder Ankommende den Kassenbereich in der „Scheune von Westerfeld“ passieren – das kostenlose Einkaufen am Marktplatz ist jedoch weiterhin gewährleistet. „2016 werden wir hier einige Anpassungen vornehmen“, sagt Jens Scheller mit Blick auf die bisherigen Erfahrungen. So sollen die „eher unbeliebten“ Einlassbändchen durch Etiketten ersetzt werden.

Zu der „spannenden Saison“ gehört auch die Bio-Zertifizierung der im Museum betriebenen Landwirtschaft. Nach der Mitte 2012 erfolgten Ernennung zum „Archepark“ bewegt sich alles in Richtung nachhaltig erzeugter Nahrungsmittel. Wer Wurst vom Deutschen Sattelschwein oder saisonales Obst und Gemüse probieren möchte, wird im neuen Museumsladen am Eingang fündig. Auch das Thema „Barrierefreiheit“ soll weiter getragen werden: Wegeführungen werden saniert, andere Pfade erschlossen. „Es macht sich bemerkbar“, so Scheller, „dass wir die Grundattraktivität des Museums steigern konnten.“

Unabdingbar ist die Arbeit des Förderkreises, der nunmehr seit vier Jahrzehnten im Einsatz ist. Der unlängst gewählte Vorstand setzt sich nun aus Jürgen Banzer als Vorsitzender, Cornelia Albrecht und Gregor Maier (Stellvertreter), Manfred Gönsch (Schriftführer), Renate Riesop, Simone Farys-Paulus, Volker Kuth, Manfred Sauer und Jens Scheller (allesamt Beisitzer) zusammen. Komplettiert wird das Gremium durch den Ehrenvorsitzenden Eugen Ernst und Neu-Anspachs Bürgermeister Klaus Hoffmann.

Ohne Förderkreis keine Lokomobile. Mit eingesammelten Spenden in Höhe von rund 15000 Euro wurde die Reparatur der museumseigenen Dampfmaschine möglich gemacht. Nach 450 Arbeitsstunden rumort es jetzt wieder im Kessel des schwarzen Ungetüms.

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