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Chauffeure im Schnee

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Von: Olaf Velte

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Bei extremem Winterwetter kann die Taxifahrt schon mal länger dauern.
Bei extremem Winterwetter kann die Taxifahrt schon mal länger dauern. © Rolf Oeser

Auf die Taxifahrer im Hochtaunuskreis ist Verlass. Sie lassen sich von den winterlichen Straßenverhältnissen nicht abschrecken, kalkulieren aber längere Fahrzeiten ein.

„Bis jetzt haben wir noch keinen Auftrag abgelehnt“, sagt Ali Pamuk, Vorsitzender des Vereins Taxi Bad Homburg. Die 33 Mitglieder seien mit ihren Autos bei jedem Wetter unterwegs gewesen – vereinzelt habe man sich aber in ungeräumten Seitenstraßen festgefahren.

Die heckangetriebenen Mercedes-E-Klasse-Modelle erweisen sich dabei nicht immer als wintertauglich: „Da muss mit viel Gefühl gefahren werden.“ Pamuk rät jedem, eine kleine Schaufel ins Fahrzeug zu packen – und ausreichend Benzin. Um sich während nächtlicher Wartezeiten warm zu halten, müsse man den Motor längere Zeit laufen lassen.

Für Strecken, die sonst in 10 Minuten zu bewältigen sind, brauchen die Taxichauffeure derzeit bis zu 25 Minuten. Fahrgäste sollten mit Verzögerungen rechnen. Saban Deniz von X-Press Minicar aus Oberursel schätzt, dass viele Autobesitzer schon vor Weihnachten auf öffentliche Verkehrsmittel und Taxis umgestiegen sind. „Unsere Kunden sind in diesen Tagen eher ältere Leute.“

Transporte fallen weg

Obwohl die Autobahnen fast immer gut geräumt sind, hat der Bad Homburger Limousinenservice weniger Einnahmen als in vergleichbaren Monaten. Das Hauptgeschäft sind Transporte vom und zum Frankfurter Flughafen. „Wegen der vielen Flugausfälle ist es derzeit bei uns ziemlich ruhig“, heißt es. Ländliche Gegenden steuere man wegen der Witterungsverhältnisse überhaupt nicht an.

„Aber hallo!“, meint Alexander Schenner auf die Frage, ob in der vergangenen Woche bei City Car etwas los gewesen sei. Der Bad Homburger beziffert die Nachfragesteigerung mit 300 Prozent. „Wir versuchen, alles in der Region zu fahren.“ Dafür brauche man aber gute Fahrer: „Die BMWs sind bei diesem Wetter eine Katastrophe.“ An den schneereichen Tagen seien vier Wagen hängen geblieben.

Als „Abenteuer“ bezeichnet Schenner eine Fahrt vom Flughafen Frankfurt nach Calais – sechs Engländer hätten unbedingt die Fähre nach Hause erreichen wollen. Der nächste „Ausnahmezustand“ wird an Silvester erwartet, 24 Taxis werde man durch die Nacht schicken.

Für vorsichtiges, aber nicht zu langsames Fahren plädiert der Bad Homburger Cemil Karaca. Mit seinem Fahrzeug sei er bisher gut durchgekommen. Ergün Bectas, Inhaber von Taxi Adam in Schmitten, bezeichnet die Lage als „sehr schlecht“. Arbeit gebe es ausreichend, man könne aber nicht mehr überall hinfahren. „Der Winter macht uns schwer zu schaffen.“ Viele ältere Menschen bringe man derzeit zum Arzt und helfe bei den Einkäufen.

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