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Vor zwei Jahren wurden schon mal  Bäume gerodet, um Platz für den Umbau zu schaffen.
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Vor zwei Jahren wurden schon mal Bäume gerodet, um Platz für den Umbau zu schaffen.

Oberursel

Chance für die Villa Gans

Der Investor gibt nicht auf: Die vor 100 Jahren von einem Arzneimittelfabrikanten erbaute Villa Gans an der Königsteiner Straße soll trotz aller Hindernisse zum Tagungshotel umgebaut werden.

Von Klaus Nissen

Ein neuer Bauantrag ist bei der Stadtverwaltung eingegangen. „Jetzt werden die Karten neu gemischt“, sagt Stadt-Sprecherin Nina Kuhn. Es keimt die Hoffnung, dass das langsam zum Dornröschenschloss verkommende Anwesen inmitten des abgeriegelten zehn Hektar großen Gewerkschaftsparks doch noch sinnvoll genutzt werden kann.

Villa und Park gehören der Frankfurter Igemet. Die Vermögensverwaltungsgesellschaft der Industriegewerkschaft Metall betreut bundesweit 110 Liegenschaften. Die Villa Gans war in der NS-Zeit eine „Reichsschulungsburg“ der Deutschen Arbeitsfront, nach dem letzten Krieg ein Bildungszentrum der Gewerkschaft. Doch seit Jahren ist sie geschlossen. Der umgebende Landschaftspark ist seit zwei Jahren nicht mehr zugänglich.

Im Jahr 2008 meldete die Igemet, dass sie die Villa bis zum Frühjahr 2011 mit Millionenaufwand in ein Tagungshotel mit 125 Gästezimmern umbauen will. Dazu plant sie einen Wellness-Bereich, ein öffentliches Restaurant gehobener Klasse mit Aussichtsterrasse und ein zweistöckiges Parkdeck neben dem ehemaligen Pförtnerhaus. Als Betreiberin soll die Hotelkette Dorint einen Pachtvertrag über 20 Jahre unterzeichnet haben.

Das Oberurseler Parlament billigte die Pläne – doch die Denkmalbehörde in Wiesbaden stellte sich quer. Ihr missfiel, dass die im englischen Landhausstil errichtete Villa komplett abgetragen und dann mit verstärkter Statik neu aufgebaut werden sollte. Die Landesregierung entschied schließlich, den Umbau in ein Vier-Sterne-Hotel zu verbieten. Auch die Verwaltungsklage der Igemet änderte daran nichts.

Nach einiger Bedenkzeit verfolgt die Igemet das Projekt jetzt weiter. Im neuen Bauantrag verzichtet sie laut Geschäftsführer Julius Partes auf den strittigen Ab- und Neubau der Villa. „Wir werden eine schonendere Methode wählen“, sagt er. „Dass sie statisch verstärkt werden muss, ist aber klar.“ Die städtische Baubehörde hat nun die schwierige Aufgabe, die Landesdenkmalbehörde mit ins Boot zu holen. Ob das gelingt, und wann mit dem Umbau zu rechnen ist, wagt Igemet-Chef Partes nicht vorherzusagen.

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