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Philosophenweg im Opel-Zoo: Ein öffentlicher Gehweg, der mitten durch den Tierpark führt.

Opel-Zoo

Der Zooweg soll geschlossen werden

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Der Philosophenweg zwischen Kronberg und Königstein führt mitten durch den Tierpark. Der Zoo-Direktor würde ihn gerne schließen.

Ein öffentlicher Weg mitten durch einen Tierpark – das ist ein Alleinstellungsmerkmal, auf das Opel-Zoo-Direktor Thomas Kauffels liebend gerne verzichten würde. Deshalb bemühen er und die Verantwortlichen der „von Opel Hessischen Zoostiftung“ sich schon lange um die Schließung des verlängerten Philosophenwegs. Doch alle Versuche scheiterten bislang am Widerstand aus der Kronberger und Königsteiner Bevölkerung.

Nun unternehmen die Trägerstiftung des Zoos und die Rathausspitzen der beiden Nachbarkommunen gemeinsam einen neuen Vorstoß. In zwei Verträgen wollen sie neben dem Streitthema Philosophenweg auch die Parkplatz-Frage regeln, um die es ebenfalls regelmäßig Diskussionen gibt.

Kostenfreie Passage von maximal dreißig Minuten

Die Lösung sieht vor, dass der verlängerte Philosophenweg seinen öffentlichen Charakter verliert. Im Gegenzug gewährt der Opel-Zoo Kronbergern und Königsteinern eine kostenfreie Passage von maximal dreißig Minuten. Dazu sollen alle Bürger einen Ausweis mit Chipkarte erhalten. Die technischen Einzelheiten seien noch nicht komplett geklärt, räumt Zoochef Kauffels ein. Das Ganze sei aber machbar.

Allerdings wird das System nur während der Öffnungszeiten des Zoos funktionieren, ansonsten bleibt der Philosophenweg geschlossen. Außerdem wäre der Zugang künftig nur noch von Kronberg aus möglich. Wer aus Richtung Königstein kommt, müsste den Haupteingang nutzen. Was allerdings kein großer Umweg sei, wie Kauffels betont. Zudem ist für die Bürger der beiden Anliegerstädte eine weitere Vergünstigung vorgesehen: Sie sollen die Opel-Zoo-Jahreskarte zum halben Preis bekommen.

Königsteins Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) sieht in der Vereinbarung ein „attraktives Angebot“, der Erste Stadtrat von Kronberg, Robert Siedler (parteilos) spricht von einem „maximalen Kompromiss“.

Vorerst kein Parkdeck

Was die Parkmöglichkeiten angeht, sehen die Vertragsentwürfe vor, dass der Zoo die bisherige Ausweichfläche auf den Wiesen unterhalb des Waldparkplatzes mit sogenannten Rasengittersteinen befestigen kann. Als Option wird auch ein Parkdeck erwähnt, das von Naturschützern schon lange gefordert wird. Allerdings komme das Parkdeck nur dann ins Spiel, wenn sich die Situation gegenüber dem Ist-Zustand erheblich verschlechtern sollte, teilt Kronbergs Erster Stadtrat Robert Siedler mit.

Im laufenden Jahr sei der Besucheransturm an lediglich drei Tagen so groß gewesen, dass die 1320 vorhandenen Zoo-Parkplätze nicht ausgereicht hätten, sagt der Zoodirektor. Auch die Zusatzflächen auf den anliegenden Wiesen seien nur 13-mal in Anspruch genommen worden. Dafür extra ein Parkdeck zu bauen, sei aus wirtschaftlichen Gründen nicht vertretbar, betont Kauffels.

Noch befindet sich die erneute Diskussion um die Schließung des Philosophenwegs und die Zoo-Parkplätze ganz am Anfang. Doch es regt sich schon Widerstand. In Königstein hat Bürgermeister Helm die Vorlage zu den Vertragsentwürfen jüngst von der Tagesordnung des Magistrats genommen. Es habe Änderungswünsche gegeben, teilt er mit. In Kronberg sollte das Thema am gestrigen Montag in der Stadtregierung diskutiert werden. Entscheiden müssen am Ende jeweils die Parlamente.

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