Bad Homburg

Wirbel um geplante Kinderklinik

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Verhandlungen mit Frankfurt. Schatzmeisterin will Förderverein retten

Seit vier Jahren setzt sich ein Förderverein in Bad Homburg für eine Kinderklinik am dortigen Krankenhaus ein. Von der lokalen Politik gibt es Unterstützung. Kreistag und Stadtparlament haben bereits Geld für den Betrieb zugesagt. 

Dennoch sei bislang nichts Substanzielles passiert, beklagt der Vereinsvorsitzende Riklef von Schüssler. Deshalb haben er und seine drei Stellvertreter jüngst den insgesamt 55 Mitgliedern die Auflösung des Fördervereins empfohlen – womit sie viel Aufsehen erregt haben. 

So appellieren der Fraktionsvorsitzende der CDU im Kreistag, Gregor Sommer, und sein Parteifreund, der Landtagsabgeordnete Holger Bellino, in einer gemeinsamen Stellungnahme an den Verein, weiterzumachen. Der angekündigte Schlussstrich „würde ein falsches Signal in Richtung möglicher Kooperationspartner senden“. Beide betonen, dass ihre Partei weiterhin „zu 100 Prozent hinter diesem wichtigen Projekt“ stehe und verweisen auf laufende Verhandlungen von Landrat Ulrich Krebs (CDU) mit den Kliniken Frankfurt-Main-Taunus GmbH. 

Das Problem: Die Hochtaunuskliniken sind bei dem gewünschten pädiatrischen Angebot auf einen Kooperationspartner angewiesen, der die nötige Zulassung des Landes für den Betrieb einer Kinderstation besitzt. Anträge für den Aufbau einer eigenen Kinderklinik im Bad Homburger Krankenhaus hatte das hessische Sozialministerium abgelehnt. 

Ziel des Landrats ist es, die Kinderklinik in Frankfurt-Höchst mit ins Boot zu holen, die das pädiatrische Angebot in Bad Homburg übernehmen soll. Und dabei sieht Krebs durchaus Fortschritte. In einem Gespräch mit den Verantwortlichen aus Frankfurt und dem Main-Taunus-Kreis habe er vereinbart, dass noch bis Ende dieses Jahres „eine belastbare Konzeption“ vorliegen solle, in der die Art des Angebots, die Personalgewinnung, ein Zeitplan und die Finanzierung festgelegt werden.

Dennoch werden die Mitglieder des Fördervereins am Freitag über dessen Auflösung abstimmen, kündigt Riklef von Schüssler an. Er verweist darauf, dass es 2016 schon einmal ein Konzept gegeben habe, aus dem dann doch nichts geworden sei. Deswegen werde er selbst nicht weitermachen. Er würde es aber dennoch begrüßen, wenn sich ein neuer Vorstand findet, der die Arbeit fortsetzt.

Dafür setzt sich Schatzmeisterin Yvonne Velten ein. In den aktuellen Entwicklungen erkennt sie „deutliche Fortschritte“. Löse sich der Verein gerade jetzt auf, „wäre das ein fatales Zeichen von Desinteresse und Mutlosigkeit an die Politik“. Velten verweist darauf, dass auf Basis der bisherigen Gespräche mit den Verantwortlichen des Frankfurter Klinikums in Bad Homburg eine Kindernotfallstation vorgesehen sei, an der rund um die Uhr Kinderärzte verfügbar sind. Nur die komplizierten Fälle müssten dann noch nach Höchst verlegt werden. Noch nicht geklärt sei, ob eine reine Ambulanz oder auch Belegbetten entstehen sollen.

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