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Bad Homburg will das Radfahren fördern.

Verkehr in Bad Homburg

Weniger Hindernisse für Radler in Bad Homburg

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Die Stadt Bad Homburg legt ein neues Radverkehrskonzept für die nächsten zehn Jahre vor. Ziel sei ein durchgängig befahrbares Netz, sagt Holger Henze, Leiter der Stadtplanung.

Auf Wunsch eines Bürgers hat die Stadtverwaltung jüngst ein Drängelgitter am Platzenberg entfernt. Damit habe man ein Hindernis für Radfahrer beseitigen können, schildert der Leiter der Bad Homburger Stadtplanung, Holger Henze. Den gleichen Zweck verfolgt das neue Radverkehrskonzept, das Henze am Dienstag gemeinsam mit Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) und Verkehrsplaner Timon Bender präsentiert hat. Gleich 87 einzelne Vorhaben listet es auf. 

Dabei geht es um aufwendige und teure Projekte wie einen neuen Radweg zwischen Ober-Erlenbach und Kloppenheim für eine Million Euro, aber auch um günstige und einfach zu bewerkstelligende wie die Öffnung von Einbahnstraßen in beide Richtungen oder das Aufpinseln von Piktogrammen. 

Ziel sei ein möglichst „durchgängig befahrbares Netz“, erläuterte Heinze. Dabei sollen vor allem Lücken geschlossen werden. Das betrifft auch heikle Stellen wie die Hauptverkehrsachse Hessenring. Hier sind im Bereich des Schlossparks Schutzstreifen vorgesehen – was zur Folge hätte, dass eine der Hessenring-Fahrspuren für Autos wegfallen würde. Bevor es allerdings endgültig dazu kommt, soll ein Verkehrsversuch die Folgen deutlich machen. 

Ebenfalls ein Verkehrsversuch ist an der Kaiser-Friedrich-Promenade geplant. Dazu werde der Abschnitt zwischen Schwedenpfad und Friedrichstraße voraussichtlich noch in diesem Jahr zur Tempo-30-Zone erklärt, kündigten die Verantwortlichen an. 

Die Promenade entlang des Kurparks ist schon seit einer Weile Gegenstand intensiver Diskussionen. So hatten die Grünen gefordert, die Straße komplett für Autos zu sperren; die Planer von Albert Speer und Partner schlugen im Stadtentwicklungskonzept eine Fahrradstraße vor, in der Radler Vorfahrt hätten. 

Dazu hält sich das nun vorliegenden Radverkehrskonzept allerdings bedeckt. Vor allem die Verkehrsführung im nördlichen Straßenabschnitt sei „sehr diffizil“, sagt Timon Bender. Deshalb ist hierfür noch einmal eine gesonderte Untersuchung vorgesehen. 

Das Radverkehrskonzept ist das Ergebnis von langwierigen Beratungen im Arbeitskreis Radverkehr, in dem neben der Verwaltung alle Stadtverordnetenfraktionen und Verbände wie der ADFC vertreten waren. Erarbeitet wurde es durch ein Frankfurter Fachbüro. 

Ziel ist es, alle 87 Einzelvorhaben in den nächsten zehn Jahren abzuarbeiten. Für 2019 sind dafür 100.000 Euro in den Haushalt eingestellt. Faktisch stehe jedoch viel mehr Geld bereit, betonte Oberbürgermeister Hetjes. So werde auch ein Teil der sieben Millionen Euro für den Straßenbau in den Radverkehr investiert. 

Die Stadtverordneten werden am 13. Dezember über das Konzept beraten. 

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