Philipp-Reis-Schule

Verständigung in Gilboa

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In der vergangenen Woche war erstmals eine Schülergruppe der Philipp-Reis-Schule (PRS) aus Friedrichsdorf zu Besuch im israelischen Partnerkreis. Von Olaf Velte

In der vergangenen Woche war erstmals eine Schülergruppe der Philipp-Reis-Schule (PRS) aus Friedrichsdorf zu Besuch im israelischen Partnerkreis. Die elf 18- und 19-Jährigen trafen Gleichaltrige der jüdischen Schule Ein Harod und der arabischen Lehranstalt Achva. Mit den beiden Einrichtungen sind Schulpartnerschaften geplant.

Begleitet wurden die deutschen Schüler von ihren Lehrern Simone Keßler und Andreas Schauer. Als Vertreter des Hochtaunus waren Kreistags-Vorsitzende Madeleine Funke (CDU) und Michael Maier vom Arbeitskreis Partnerschaft mit von der Partie - Friedrichsdorfs Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne) stieß im Laufe der Woche ebenfalls dazu.

In den vergangenen Herbstferien legte eine Lehrer-Delegation der PRS den Grundstein zur Kooperation. Bei dem Treffen mit Vertretern der beiden Schulen wurde ein Programm zur Entwicklung eines partnerschaftlichen Austausches entwickelt. "Der Kontakt soll über Projekte laufen", sagt Initiator Andreas Schauer. Der gebürtige Frankfurter unterrichtet die Fächer Geschichte, Religion, Ethik und Philosophie.

Politische Lage derzeit sicher

Der Austausch gestalte sich gut, wenn die Situation dort sicher sei, sagt Beate Birkenfeld, Leiterin des Arbeitskreises im Landratsamt. "Jetzt ist die Lage günstig." In Zukunft sollen alle Schulen aus dem Hochtaunuskreis in die Partnerschaft eingebunden werden, eine Vertiefung auf vielen Ebenen sei wünschenswert. Die jugendlichen Botschafter aus Friedrichsdorf waren in Gastfamilien untergebracht und haben sich in englischer Sprache verständigt.

Zu der Gruppe gehörten drei Muslime mit deutscher Staatsangehörigkeit. Die Mischung ist auch bei den israelischen Schüler-Delegationen selbstverständlich - eine Abordnung Araber und Juden besuchte im vergangenen Jahr die Philipp-Reis-Schule. Immerhin gelte der Bezirk Gilboa innerhalb seines Landes als "Vorreiter des Ausgleiches unter den Kulturen", wie Beate Birkenfeld sagt. Mit ihren Gastgebern haben die deutschen Reisenden verschiedene Regionen Israels besucht. In Jerusalem oder auf den Golanhöhen sollten Gespräche die geschichtlichen Entwicklungen beleuchten und Vorurteile abbauen. Noch immer gebe es falsche Vorstellungen auf beiden Seiten, so Andreas Schauer. Durch die Teilnahme am jüdischen und arabischen Alltag stelle sich schnell die Frage, ob es überhaupt große Unterschiede zum Jugend-Leben in Deutschland gebe.

Ein wichtiges Datum war der Holocaust-Gedenktag, an dessen Zeremonien die Hessen teilnahmen. Am Ende soll eine Dokumentation den Mitschülern im Taunus das Erlebte nahebringen. Finanziell unterstützt wird das Gilboa-Projekt der PRS vom Kreis.

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