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Bad Homburgs Feuerwehrchef Daniel Guischard präsentiert die neue Sirene.

Bad Homburg

Sirenen gegen Fake News

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Die Feuerwehr in Bad Homburg testet erstmals ein neuartiges Warnsystem. Auch dabei spielen Sirenen ein Rolle.

Seit 27 Jahren gibt es im Bad Homburger Stadtgebiet keine fest installierten Sirenen mehr. Die alten Zivilschutzanlagen waren nach dem Ende des Kalten Kriegs demontiert worden. Am kommenden Samstag werden die Menschen in der Kurstadt jedoch mit neuen Sirenentönen konfrontiert. Anlass ist ein Probealarm, mit dem die Feuerwehr ihr neues Sicherheitskonzept testen möchte.

Dabei spielen auch wieder Sirenen eine Rolle. Diese seien aber auf dem neuesten Stand der Technik, betont der Leiter der Bad Homburger Feuerwehr, Daniel Guischard. Die derzeit vier installierten Testanlagen können nicht nur einen lauten Heulton ausstoßen, sie bieten den Feuerwehrleuten auch die Möglichkeit, die Bevölkerung mit Durchsagen vor der jeweiligen Gefahr zu warnen und den Bürgern Verhaltenstipps zu geben. „Wir wollen informieren, ohne unnötige Unruhe zu verbreiten“, sagt Guischard.

So könne man auch der Verbreitung von Fake News in den sozialen Netzwerken vorbeugen, hofft der Feuerwehrchef. Standarddurchsagen für unterschiedliche Szenarien haben die Bad Homburger Brandschützer von professionellen Radiosprechern in einem Tonstudio aufnehmen lassen. Es sei aber auch möglich, spontane Durchsagen zu machen.

Einen konkreten Anlass für die Einführung der neuen Sirenen habe es nicht gegeben, sagt Bürgermeister und Feuerwehrdezernent Meinhard Matern (CDU). Es gehe schlicht darum, die Bürger bei Gefahr „schnellstmöglich warnen zu können“.

Bei dem Probealarm wolle man testen, ob die Anlagen richtig justiert seien und ob es eventuell zu Schallüberlagerungen komme, erläutert Feuerwehrchef Guischard. Die Testanlagen befinden sich in der zentralen Feuerwache an der Dietigheimer Straße, in der Louisenstraße (Höhe Karstadt), an der Feuerwache Ober-Eschbach und der Erlenbach-Halle. Außerdem werde eine noch vorhandene Sirene am alten Rathaus in Ober-Eschbach sowie ein mobile Anlage am Gotischen Haus ausgelöst.

Nach der Auswertung des Tests ist der flächendeckende Aufbau von 21 Anlagen geplant, die über die gesamte Stadt verteilt werden sollen und 235 000 Euro kosten.

Schon jetzt ist jede der sechs Stadtteilwehren mit einem Mehrzweckfahrzeug ausgestattet, auf dem eine mobile Warnanlage installiert ist. Darüber hinaus kann die Stadt die Bevölkerung im Gefahrenfall über das SMS-System KatWarn, einen Twitteraccount und ihre Internetseite warnen. Geplant sind zudem eine App und ein zentrales Sicherheits- und Info-Telefon.

Der Probealarm ist für den kommenden Samstag, 20. Oktober, 12.20 Uhr vorgesehen.

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