Hochtaunus

Schulcampus für Oberursel

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Der Landrat legt einen pädagogischen Entwicklungsplan für den Hochtaunuskreis vor.

Kreisweit wurden im vergangenen Jahr 8983 Grundschüler registriert. Eine Zahl, die sich auf prognostizierte 9915 im Jahre 2024 erhöhen könnte. Der gestern im Entwurf vorgestellte und ab 2019 geltende Schulentwicklungsplan des Hochtaunuskreises nimmt Bezug auf den wachsenden Bedarf pädagogischer Strukturen.

Mit Blick auf die steigenden Schülerzahlen sind laut Landrat und Schuldezernent Ulrich Krebs (CDU) mehr Parallelklassen an einigen Grundschulen erforderlich. Auch Schulbezirke müssten neu vermessen werden. Auf vier Züge erweitert werden die Grundschulen in Königstein, Seulberg und am Urselbach in Oberursel – auch in Steinbach und Usingen weiten sich die Kapazitäten erheblich aus. Ob Maria-Scholz- und Ketteler-Francke-Schule in Bad Homburg ebenfalls zugweise zulegen, wird derzeit geprüft. Ein Zug entspricht vier Klassen mit insgesamt 100 Schülern.

Daneben setzt Sascha Bastian, Leiter des zuständigen Fachbereichs im Landratsamt, auf die Engführung von allgemeinbildenden und beruflichen Schulen. In Anlehnung an den bestehenden „Schulcampus Usingen“ soll unter der Überschrift „Oberursel-Bleibiskopf“ Ähnliches entstehen. Zentrale Bedeutung kommt dabei dem möglichen Umbau der Erich-Kästner-Schule zu. Mit der Saison 2019/20 soll sich die bisherige Haupt- und Realschule in eine kooperative Gesamteinrichtung mit gymnasialen Eingangsklassen verwandeln. Bestandteile eines künftigen Oberursel-Campus könnten demnach zwei Berufsschulen, eine Volkshoch- sowie die Gesamtschule sein.

Mit seiner forcierten Bildungs-Moderne – „Schulen für das 21. Jahrhundert“ lautet das Schlagwort – gilt der Hochtaunuskreis nicht nur in Hessen als Vorreiter. So ist die vormalige „Modellregion Inklusion“ mittlerweile im Standardsegment angelangt. „Inklusive Pädagogik wurde in die normalen Schulen überführt.“ An der Homburger Maria-Scholz-Schule wird die Sprachheilförderung fortan als reine Grundschul-Abteilung organisiert. Zuständig für den sprachliche Heilsektor im Usinger Land ist die Paula-Fürst-Schule.

Dass der Ausbau von Ganztagsangeboten in Zukunft nicht ohne „organisatorische Hilfe“ gelingen kann, machte der Landrat deutlich. Derzeit kann an sieben Schulen bis 18 Uhr betreut werden. Die in kommunaler Kooperation entstandenen „Betreuungszentren“ finden sich an 28 Standorten.

Als „Verlierer“ in der Schüler- und Elterngunst haben sich zuletzt die Realschulen erwiesen. Während die Gesamt- und Berufsschulen stabile Auslastungen aufweisen, liegen die Gymnasien „im Trend“. In sechs Jahren dürften sich dort mehr als 7200 Taunusschüler tummeln.

Bis zum 15. Februar können sich Schulen, Gemeinden und Behörden zu dem neuen Entwurf äußern. Ende Mai 2019 soll die Beschlussfassung im Kreistag über die Bühne gehen. Das letztgültige Wort wird dann in Wiesbaden von den Verantwortlichen des hessischen Kultusministeriums gesprochen.

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